Kontakt

Jahresbericht 2019

So heben wir den Datenschatz von Maschinen

Die Digitalisierung der industriellen Fertigung ist für Produzenten Versprechen und Herausforderung zugleich. Dank Kreativität, Know-how und klarem Kundenfokus ist der Körber-Konzern dafür bestens aufgestellt.

von Dr. Christian Schlögel, Chief Digital Officer des Körber-Konzerns

  • Datengetriebenes Arbeiten ist die Zukunft der Produktion. Mit dem Einsatz von ersten KI-Systemen hat sie bei Körber bereits begonnen.
  • Von Körber entwickelte Lösungen verbessern die Effizienz der Linien und steigern so die Produktionsleistung.
  • Bei einigen Produktentscheidungen steht der Gewinn an Daten mittlerweile im Vordergrund.

Effizient, sicher, bequem – noch ist das vollständig autonom fahrende Auto nicht marktreif. Klar ist aber: Ihm gehört die Zukunft. Seine Technologie funktioniert, wenn zwei Voraussetzungen erfüllt sind. Erstens: Die Fahrzeuge haben ausreichend Sensorik an Bord. Zweitens: Sie verfügen über ein leistungsfähiges System mit künstlicher Intelligenz (KI), das die Daten der Sensoren in Echtzeit verarbeiten und sinnvoll interpretieren kann.

Ganz ähnlich sieht es in der Welt der Produktionslinien, Prozessketten und Maschinen aus: Auch hier ist datengetriebenes Arbeiten die Zukunft. Bei uns hat sie schon begonnen: Wir nutzen Data-Science-Ansätze und KI-Systeme, wir arbeiten längst an intelligenten vernetzten Maschinen und Produktionslinien mit Kameras und Sensoren. Diese unterstützen Bediener und Ingenieure künftig so, dass viele Prozesse softwaregestützt oder weitgehend autonom ablaufen. Klares Ziel: Die Linien unserer Kunden produzieren deutlich effizienter und sorgen so für einen klaren Wettbewerbsvorteil.

Neue Maschinengenerationen zu entwickeln, die von Anfang an vernetzt sind, ist dabei nur ein Aspekt. Datengetriebenes Arbeiten bedeutet für uns auch, unseren Kunden dabei zu helfen, ihre bestehenden Fabriken für die neuen Möglichkeiten der Datennutzung fit zu machen. Sogenannte Brownfield-Anlagen, die digital umgerüstet werden, machen heute mehr als 90 Prozent des Marktes aus. Unsere zentrale Aufgabe dabei ist es, die Effizienz einer gesamten Fabrik zu erhöhen. Hier kommen die Kreativität und das Know-how unserer Ingenieure zum Tragen: Lässt sich die Steuerung einer älteren Maschine mit einem neuen Softwarebaustein so ändern, dass wir vorhandene, aber bisher unzugängliche Daten nutzen können? Brauchen wir zusätzliche Sensorik? Oder eine Kombination aus beidem? Wie binden wir Maschinen in unsere Software ein, die nicht von Körber stammen?

Körber Digital setzt sich aktiv dafür ein, bei seinen Mitarbeitern ein Verständnis für das Potenzial neuer Technologien zu entwickeln, unter anderem durch Schulungen und Treffen mit Start-ups.

Steigende Effizienz bedeutet echten Mehrwert

Nachrüstbare Lösungen von Körber wie Digital Shift Analytics (DSA) und Digital Shift Support (DSS) basieren auf solchen Überlegungen. Mit ihnen unterstützen wir bereits heute Prozessingenieure und Maschinenbediener erfolgreich in der Tissue-, Backwaren-, Glas- und Stahlindustrie und verbessern die Effizienz der Produktionslinien. Das und noch mehr kann auch unser innovatives KI-System Smooth Operator: Es liefert umfangreiche Daten und optimiert in Echtzeit auf deren Grundlage permanent die Maschinenparameter und erhöht so die Produktionsleistung.

Die Ergebnisse sind messbar: DSA, DSS und Smooth Operator steigern beispielsweise die Gesamtanlageneffektivität (Overall Equipment Effectiveness, kurz OEE) unserer Kunden aus der Tissue-Branche derzeit schon um fünf Prozentpunkte, in Einzelfällen sogar um bis zu zehn Prozentpunkte. Zahlen, die sich unmittelbar positiv auf die Ergebnisse unserer Kunden auswirken. In OEE steckt großes Potenzial, das wir zusammen mit unseren Kunden freisetzen wollen.

Mit cleverer Datenanalyse effizienter produzieren – dieser Ansatz spielt eine immer wichtigere Rolle. So kann es sinnvoller sein, eine bestehende Anlage zu optimieren, als eine neue Anlage oder gar eine komplett neue Fabrik zu bauen. Wir beraten unsere Kunden bei diesen Entscheidungen gezielt. Schließlich erkennen wir durch die Daten genau, wie sie ihre Produktionslinien und Maschinen nutzen und sehen ihre Problemstellungen im Detail.

lDatengetriebenes Arbeiten bedeutet für uns auch, unseren Kunden dabei zu helfen, ihre bestehenden Fabriken für die neuen Möglichkeiten der Datennutzung fit zu machen.r

Dr. Christian Schlögel, Chief Digital Officer des Körber-Konzerns

Gemeinsam mit unseren Kunden und Partnern setzen wir verstärkt auf Co-Innovationsprojekte: In den Analysen zeigt sich, welche neuen Lösungen unseren Kunden am besten helfen und welchen Mehrwert wir damit unmittelbar generieren. Großes Plus: Durch die enge Zusammenarbeit setzen wir die passende Lösung schneller um und unsere Kunden sind von ihr sofort überzeugt. So kann es beispielsweise vorkommen, dass der Gewinn an Daten bei Produktentscheidungen mittlerweile im Vordergrund steht. Denn diese sind die Voraussetzung für Erkenntnisse, aus denen wir innovative Lösungen entwickeln. Wie Smooth Operator, der die Leistung schon heute in der Tissue-Industrie enorm erhöht und in weitere Industrien zum Einsatz kommen wird. Unser Fokus auf ‚AI-powered manufacturing efficiency‘ ist damit schon Realität und wird in den nächsten Monaten und Jahren ein wichtiger Werttreiber für unsere Kunden sein. ‚The future starts today‘ und ‚Stronger together‘ sind hierbei unsere Leitlinien, die wir geschäftsfeldübergreifend im Sinne unserer Kunden vorantreiben. 

Zur Person

Dr. Christian Schlögel ist Chief Digital Officer (CDO) und Mitglied des Konzernvorstands bei Körber. Der promovierte Informatiker startete seine Karriere bei SAP. Nach Stationen bei Wincor Nixdorf und der Kuka AG wechselte er im September 2018 zu Körber, wo er die digitalen Aktivitäten des Konzerns verantwortet.

nach oben
nach oben