Luftaufnahme von zwei Toru-Robotern, die zwischen Menschen in einem Hochregallager umherfahren und Bestellungen zusammenstellen

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Man muss nicht alles selbst oder allein erfinden: ­Körber baut systematisch sein Ökosystem aus und investiert in Fonds und Start-ups, die für den und mit dem Konzern relevante Zukunftstechnologien entwickeln.

Es ist ein Dreiklang, der Körbers Anspruch Marktführerschaft durch Technologieführerschaft künftig bestimmt: das erfolgreiche Zusammenspiel von Maschinen und Anlagen, der Einsatz passgenauer operativer Software sowie die Entwicklung von Industrial-IoT- und Digitalisierungslösungen. Ein funktionierendes, flexibles Ökosystem, das der Körber-Konzern für seine Kunden und mit ihnen ausbaut und stärkt, ist dabei von entscheidender Bedeutung.

Porträtfoto von  Hartmut Ruh, Leiter Corporate Development der Körber AG
Dr. Hartmut Ruh, Leiter Corporate Development der Körber AG.

Das weiß auch Dr. Hartmut Ruh, Leiter Corporate Development bei Körber: Er sondiert mit seinem Team den Markt unter anderem nach Start-ups, die gut zum Konzern passen würden. „Wir wollen innovative und disruptive Technologien kennenlernen und Kontakte zu den Teams aufbauen, die sie entwickeln“, sagt Ruh. „Damit wir zielgerichtet in die Bereiche investieren können, die für uns und unsere Geschäftsfelder wichtig sind oder bei denen wir sicher sind, dass sie es werden. Dazu zählen ­beispielsweise ­Robotik, Sensorik, künstliche Intelligenz oder Machine Learning.“

lWir wollen innovative und disruptive Technologien kennenlernen. r

Dr. Hartmut Ruh, Leiter Corporate Development der Körber AG

Start-ups spielen für den Aufbau des Körber-Ökosystems eine wichtige Rolle. Bei klassischen Akquisitionen zielen die Investitionen des Konzerns darauf ab, ein Unternehmen und seine Technologie von Anfang an komplett zu übernehmen. So wie im Fall Connyun. Körber hat das deutsche Start-up 2018 gekauft und in sein Geschäftsfeld Körber Digital integriert. Ruh: „Hier war uns sofort klar: Damit ergänzen wir die vorhandenen Kernkompetenzen von Körber perfekt mit denen des neuen Teams.“

Bei Beteiligungen an Start-ups hingegen geht es vor allem darum, dass beide Seiten sehr schnell und sehr intensiv miteinander und voneinander lernen. So bieten die einen, was der andere sucht, und umgekehrt. „Start-ups bringen insbesondere den Zugang zu neuen Technologien, Geschäftsmodellen und Märkten. Hinzu kommen Schnelligkeit und neue Ideen“, sagt Ruh. „Wir als Konzern bringen jahrzehntelange wertvolle Industrie- und Branchenerfahrung in die Zusammenarbeit ein.“

Ein Teammeeting im Büro des Software-Startups Connyun
Passt perfekt: Das Start-up Connyun gehört seit 2018 zum Körber-Konzern.

Viele Start-ups, die das Team rund um Hartmut Ruh sichtet, haben faszinierende Lösungen, sind aber nicht immer auf den ersten Blick relevant für die Körber-Geschäftsfelder. Was sich auch schnell ändern kann, da Start-ups sehr nah am Markt sind und sich den immer neuen Anforderungen schnell stellen: So war es zum Beispiel beim Münchner ­Robotik-Start-up ­Magazino, in das Körber seit Anfang 2018 investiert. „Als wir Magazino vor Jahren das erste Mal auf dem Radar hatten, haben die noch Kommis­sionierroboter für Apotheken gebaut“, erklärt Ruh. Inzwischen beliefert Maga­zino Handelsgiganten wie Zalando und Fiege mit Intra­logistikrobotern, die selbstständig in Warenlagern unterwegs sind, und ist heute ein strategischer Partner für das Geschäftsfeld Logistik-Systeme des Konzerns.

Wertvolles Zukunftsnetzwerk

Im vergangenen Jahr wurde Magazino für sein neues Robotik-Betriebssystem Acros mit dem deutschen Digitalpreis „The Spark“ ausgezeichnet. Mit der cloudbasierten Software können Roboter in einem Lager eine „gemeinsame“ Intelligenz entwickeln. Sie lernen aus den Erfahrungen ihrer „Kollegen“ und können in dem Netzwerk so viel schneller und passender auf unbekannte und wechselnde Situationen reagieren.

Das Beispiel Magazino illustriert die Investitionsstrategie des Körber-Konzerns, der so in erster Linie Zugang zu neuen Technologien, Lösungen und Geschäftsmodellen bekommen will. „Natürlich zählen für uns, wie für einen klassischen Risikokapitalgeber auch, die langfristigen Renditeerwartungen. Bei der Bewertung der Investments, die wir in enger Abstimmung mit den Kollegen aus den Geschäftsfeldern vornehmen, achten wir deshalb auf ein klares Alleinstellungsmerkmal, ein gutes Management-Team und nachhaltiges Marktpotenzial“, erläutert Ruh.

Wer vielversprechende Start-ups kennenlernen und im richtigen Moment von Investitionsmöglichkeiten erfahren will, der braucht vor allem passende Kontakte in der ­Szene. Körber hat deshalb unter anderem in den High-Tech Gründerfonds (HTGF) und 2018 in den Next ­Logistics Accelerator (NLA) investiert. Der HTGF ist der größte Wagniskapitalgeber für Technologieunternehmen in Deutschland. Thematisch fokussierter aufgestellt ist der NLA, der im vergangenen Jahr die ersten beiden Gruppen von Logistik-Start-ups durch sein sechsmonatiges Programm geführt hat. „Wir sind beim NLA unter anderem im Beirat vertreten und lernen die Start-ups und ihre Geschäftsmodelle früh sehr genau kennen“, so Ruh. „Und wir unterstützen sie in Bereichen, die wir als Konzern sehr gut be­herrschen.“

So entsteht ein wertvolles Zukunftsnetzwerk, mit dem Körber seine Innovationskraft konsequent weiter stärkt. Ruh ist der festen Überzeugung, dass der Schlüssel zum zukünftigen Erfolg in solch einem schnellen, flexiblen und umfassenden Ökosystem liegt. Die positiven Erfahrungen aus dem Miteinander mit Start-ups bestärken ihn darin, diese Investitionsstrategie weiter voranzutreiben und – unter anderem mit Blick auf Asien und Nordamerika – noch internationaler auszurichten.

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