Logistik

Von der Weide in den Handel: Moderne Intralogistik für Österreichs größte Molkerei

Aberle brachte die Intralogistik für Österreichs größte Molkerei Berglandmilch am Standort Feldkirchen in kürzester Zeit auf den neuesten Stand der Technik.
Molkerei-Genossenschaft Berglandmilch: Aus jährlich 1,3 Millionen Tonnen frischer Rohmilch werden haltbare Milch, Butter, Joghurt, Quark und Käse.

Die Anforderungen und Bedürfnisse von Kunden hinsichtlich Produktvielfalt, Frische der Waren und Liefergeschwindigkeit steigen kontinuierlich. Um diese zu erfüllen, müssen die Logistikprozesse im Hintergrund möglichst reibungslos und effizient ineinandergreifen – eine tägliche Herausforderung für die Molkereigenossenschaft Berglandmilch. Mit elf Werken ist sie einer der größten Lebensmittelproduzenten Österreichs, ihre Mitglieder sind über 11.000 Milchbauern, die Tag für Tag frische Rohmilch anliefern. Auf ein Jahr hochgerechnet verarbeitet Berglandmilch gigantische 1,3 Millionen Tonnen frischer Rohmilch zu haltbarer Milch, Butter, Joghurt, Quark und Käse. Am Standort Feldkirchen, nördlich von Salzburg, liegt die größte Käserei der Unternehmensgruppe. Hier herrscht die ganze Woche über reger Betrieb. Von Montag bis Sonntag sammeln die Milchwagen auf ihren Touren durch Täler und auf Bergen den begehrten Rohstoff ein. Ihr Ziel: Feldkirchen. „Als Genossenschaft verfolgen wir die Verpflichtung, jeden Liter Milch, den unsere Mitglieder anliefern, abzunehmen und bestmöglich zu veredeln. Darauf müssen auch die intralogistischen Prozesse optimal ausgelegt sein“, erläutert Werksleiter Thomas Osl.

Experte für Systemintegration: Aberle-Projektleiter Gregor Atzenhofer.

Fitness- statt Rosskur für die Intralogistik

Die riesigen Silos kann man schon von weitem sehen. In der Halle mit den Annahmestellen wird der begehrte Rohstoff dann in die Tanks gepumpt. Von dort geht es in die Produktion. In nur 24 Stunden verarbeitet die Molkerei bis zu eine Million Liter Milch – und das an 365 Tagen im Jahr. 40 unterschiedliche Sorten, vom Schnitt- über Leichtkäse bis hin zum Mozzarella, verlassen am Ende das Lager. Für so viel Käse ist ein High-Tech-Lager nötig, das effizient und flexibel arbeitet. Doch an der vorhandenen Technik ist die Zeit nicht spurlos vorüber gegangen.

Angesichts der höchsten Hygienestandards und des durchgängigen Drei-Schicht-Betriebs konnten wir die Modernisierungen nur mit einem exakt getakteten Konzept und Zeitplan realisieren.

Gregor Atzenhofer, Aberle-Projektleiter

Vor allem die Kapazitäten des Lagers, in dem der Käse ungestört reift, und die Förderwege im Versandbereich stießen in Feldkirchen zunehmend an ihre Grenzen. Um gleichzeitig für weiteres Wachstum gewappnet zu sein und die künftige Wettbewerbsfähigkeit zu sichern, entschied sich Berglandmilch für eine Modernisierung. Genau hier setzt die Expertise von Aberle an. Das Unternehmen ist Teil des Geschäftsfelds Körber Logistik-Systeme und auf komplexe Industrie- und Logistikanlagen, Distributionszentren und Lager spezialisiert. Mehr als 40 Modernisierungsprojekte hat der Spezialist für Unternehmen aus den Bereichen Automobilindustrie, Maschinenbau, Pharma, E-Commerce und Nahrungsmittel begleitet.

Regallager bei Berglandmilch: Infrastruktur mit neuen digitalen Lösungen vernetzen.
Steuerungsmonitor: Zur Optimierung des Warenflusses wurde ein neues Materialflusssystem an das bestehende Warehouse-Management-System angebunden.

Modernisierung bei laufendem Betrieb

Aberle verfolgte von Anfang an den sogenannten Retrofit-Ansatz: Statt großer Neuanschaffungen sollten im Werk Feldkirchen einzelne Förderstrecken und Komponenten ausgetauscht oder überholt werden. Ebenso musste die IT mit neuester Steuerungs- und Automatisierungstechnik ausgerüstet werden. Berglandmilch profitierte dabei von Aberles Expertise als herstellerunabhängiger Systemintegrator, der als Generalunternehmen Beratung, Planung und Umsetzung sowie Service- und Wartungsdienstleistungen aus einer Hand anbietet. Das Team stand dabei vor der Herausforderung, die Bestandsanlage bei laufendem Betrieb auf den aktuellen Stand der Technik zu bringen. „Ein anspruchsvolles Projekt, bei dem wir die Modernisierungen angesichts der höchsten Hygienestandards und des durchgängigen Drei-Schicht-Betriebs nur mit einem exakt getakteten Konzept und Zeitplan realisieren konnten“, erklärt der zuständige Projektleiter Gregor Atzenhofer bei Aberle. Denn zu keinem Zeitpunkt durften die Produktion und damit die Liefertreue von Berglandmilch beeinträchtigt sein.

Am Anfang stand das Lager

Doch wie vernetzt man eine in die Jahre gekommene Infrastruktur zügig mit neuen digitalen Lösungen? „Die Hardware der Bestandsanlage erforderte nur wenige Umbauten in der Regalanlage und bei den Regalbediengeräten“, sagt Atzenhofer. Hier ist der Käse als Laib oder in Blöcken untergebracht. Manche Sorten lagern hier einige Wochen, manche monatelang. Bei hoher Luftfeuchtigkeit und einer ausgeglichenen Temperatur kann der Käse allmählich sein Aroma und seinen Geschmack entfalten. „Die Herausforderungen lagen eher in der Kommunikationsstruktur der IT-Komponenten“, so Georg Atzenhofer. Sein Entwicklerteam programmierte ein Gateway (eine Datentransferschnittstelle in zwei Richtungen), um den vorhandenen Großrechner mit der neuen Steuerungssoftware zu koppeln. „Für die Übergangszeit ermöglichte uns das den Parallelbetrieb von alter und neuer Steuerung.“ So konnte die veraltete Steuerungstechnik sukzessive von der modernen Version abgelöst werden.

Mit Aberle hatten wir einen kompetenten Realisierungspartner an unserer Seite, der das Projekt im geplanten Zeitraum und ohne Einschränkungen von Produktion und Versand umgesetzt hat.

Thomas Osl, Werksleiter Berglandmilch

Transport von Milchprodukten bei Berglandmilch: Gewappnet für weiteres Wachstum.

Modernisierung des in die Jahre gekommenen Materialflusssystems

Das zentrale Warehouse-Management-System (WMS) am Standort Feldkirchen überwacht minutiös den Reifeprozess und erzeugt die Ein- und Auslageraufträge nach bestimmten Intervallen. Das wird für jede Käsesorte durch eine genaue Rezeptur festgelegt, die hinterlegt ist. Die Rezepte sind, wie in jeder Käserei, auch bei Berglandmilch ein streng gehütetes Geheimnis. Zur Optimierung des Warenflusses wurde ein neues Materialflusssystem an das bestehende Warehouse-Management-System angebunden. Anschließend erfolgte die Montage der neuen Fördertechnik für die Paletten im Versandbereich. Räumlich gesehen war das kein leichtes Unterfangen, da es direkt neben dem Altsystem errichtet wurde. Nachdem die Technik vollständig implementiert war, wurde der bisherige Bereich auf Knopfdruck deaktiviert und mit der neuen Steuerung von Aberle ersetzt. Mit diesem Meilenstein war in nur sechs Monaten die Modernisierung vollständig abgeschlossen. Schnellere Reaktionszeiten und Durchsätze bei der Um- und Auslagerung sind das Ergebnis. „Mit Abschluss des Modernisierungsprojektes sind wir an dem Standort Feldkirchen bei überschaubarem Invest optimal auf weiteres Wachstum und künftige Marktanforderungen ausgerichtet“, fasst Werksleiter Thomas Osl zusammen. „Mit Aberle hatten wir dabei einen kompetenten Realisierungspartner an unserer Seite, der das Projekt im geplanten Zeitraum und ohne Einschränkungen von Produktion und Versand umgesetzt hat.“

Sabine Schnabel - Head of Marketing und Communications

Sabine Schnabel
Körber Logistics Systems GmbH
Head of Marketing und Communications

+49 6032 3485930
sabine.schnabelkoerber-logistics.com

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