Wie man die Time-to-Market um >50 % verkürzt

ArtikelPharma & Life Sciences Insights

5 Minuten lesen

In diesem Artikel möchten wir einen selbstlernenden Digital Twin vorstellen, der eine Reduzierung der erforderlichen Experimente in der PCS um mehr als 50 % und damit auch der Time-to-Market ermöglicht.

Jetzt teilen

Weißer Text auf blauem Hintergrund mit der Aufschrift „50 % kürzere Time-to-Market“.

In der Regel dauert es 5 bis 10 Jahre und kostet 1 bis 3 Milliarden USD, bis Arzneimittel die Marktzulassung erhalten. Dies stellt einen enormen Engpass dar, wenn es darum geht, erschwingliche Medikamente bereitzustellen und Arzneimittelknappheit zu verhindern. Neben der Durchführung klinischer Studien zum Verständnis der Wirksamkeit und Sicherheit eines neuen Produkts muss ein Prozess entwickelt und von den Aufsichtsbehörden genehmigt werden, der konsistent eine hohe Produktqualität liefert. Diese Prozessentwicklung einschließlich (PCS) dauert 2 bis 4 Jahre und erfordert mehrere hundert Experimente, was sich zu einem Millionenprojekt summiert!

In diesem Artikel möchten wir einen selbstlernenden digitalen Zwilling vorstellen, der eine Reduzierung der erforderlichen Experimente in der PCS um mehr als 50 % und damit auch der Time-to-Market ermöglicht.

Wie funktioniert er?

Denken Sie an Arbeiter an einem Förderband: Wenn der zweite Arbeiter die meisten Fehler des ersten Arbeiters korrigiert, ist es nicht notwendig, den ersten Arbeiter zu detailliert zu betrachten. Viel nützlicher ist es jedoch zu verstehen, inwieweit der zweite Arbeiter gefordert werden kann, um mögliche Fehler zu kompensieren.

Illustration eines Förderbands.

Diese Analogie lässt sich auf biopharmazeutische Prozesse der Supply Chain vermeiden. Wir ersetzen hier die Arbeiter am Förderband durch Unit Operations. Es gilt immer noch dasselbe Prinzip: Wenn wir verstehen, welche Unit Operation(en) eine schlechte Produktqualität erzeugen, können wir uns Durchläufe bei allen vorherigen Unit Operations sparen.

So einfach ist das!

Um dies konzeptionell umzusetzen, müssen wir zwei Arten von Experimenten anwenden:

  • A. Experimente, die an einer spezifischen Unit Operation durchgeführt wurden, um den Einfluss ihrer PPs (Prozessparameter) auf die von dieser Unit Operation gelieferte Produktqualität zu verstehen
  • B. Experimente, die helfen zu verstehen, wie stark die Qualität des Ausgangsmaterials die nach der Unit Operation gemessene Produktqualität beeinflusst

In der Vergangenheit haben wir uns nur auf die erste Art von Experimenten (Typ A) konzentriert. Die Gründe hierfür mögen in spezifischen Geschäftspraktiken der Unternehmen liegen, da verschiedene Unit Operations von unterschiedlichen Personen und Abteilungen bearbeitet werden. Dies führt zu Daten- und Wissenssilos.

Es wurden auch isolierte Clearance- und Spiking-Studien (Typ B) durchgeführt. Diese Daten wurden jedoch nicht systematisch generiert und analysiert; zudem wurden die relevanten Informationen nicht zusammen mit den Experimenten vom Typ A der Prozessentwicklung in späteren Phasen, d. h. der Prozesscharakterisierung, ausgewertet. Dies mag auch an einem anderen Aspekt der geschäftlichen Praxis von Unternehmen liegen, der zu dieser Informationslücke zwischen den Phasen des Produktlebenszyklus führt.

Umschlag einer Broschüre über Werum PAS-X Savvy.

Broschüre: Werum PAS-X Savvy

Werum PAS-X Savvy revolutioniert die Verwaltung, Analyse und Berichterstattung Ihrer Prozessdaten in Pharma und Biotech.

Der selbstlernende Digital Twin

Wir haben vor kurzem ein Recommender-System¹ auf Basis bewährter Digital-Twin-Technologie² eingeführt, das uns sagt, welches Experiment an welcher Unit Operation durchgeführt werden soll. Wenn neue Daten eintreffen, wird zudem der End-to-End Digital Twin des gesamten Fertigungsprozesses aktualisiert und bei Bedarf können zusätzliche Durchläufe vorgeschlagen werden (Abbildung 1). Diese Routine ist selbstlernend und stoppt, sobald ein ausreichendes Prozessverständnis erreicht wurde, um die Einreichung des Prozesses zu realisieren.

Schritte eines selbstlernenden Digital Twin.
Abbildung 1: Schritte eines selbstlernenden Digital Twin

In einer Simulationsstudie, die auf einem industrierelevanten biopharmazeutischen Fertigungsprozess basiert, konnten wir zeigen, dass wir die Anzahl der insgesamt erforderlichen Experimente um mehr als 50 % reduzieren können, um das gleiche Prozesswissen hinsichtlich der endgültigen Produktqualität zu erzielen (Abbildung 2). Wenn Sie an weiteren technischen Details interessiert sind, lesen Sie bitte dieses Paper¹!

Modifiziert nach Ergebnissen von¹: Holistic Design of Experiments (hDoE) kann als Recommender-System eingesetzt werden, um die erforderlichen Durchläufe um mehr als 50 % zu reduzieren und gleichzeitig ein besseres Prozessverständnis zu erreichen. Das Prozessverständnis wird als die Fähigkeit gemessen, konsistent Qualitätsprodukte herzustellen (100 % – OOS-Rate %).
Abbildung 2: Modifiziert nach Ergebnissen von¹: Holistic Design of Experiments (hDoE) kann als Recommender-System eingesetzt werden, um die erforderlichen Durchläufe um mehr als 50 % zu reduzieren und gleichzeitig ein besseres Prozessverständnis zu erreichen. Das Prozessverständnis wird als die Fähigkeit gemessen, konsistent Qualitätsprodukte herzustellen (100 % – OOS-Rate %).

Wie kann Ihr Unternehmen davon profitieren?

In der Vergangenheit wurde die Prozessentwicklung durch die getrennte Untersuchung einzelner Unit Operations durchgeführt. Diese Silos hinderten uns daran, die volle Effizienz auszuschöpfen, und führten zu höheren Kosten und einer längeren Time-to-Market. In den letzten 7 Jahren hatten wir das Vergnügen, über 20 Produkte von mehr als 12 verschiedenen Unternehmen auf ihrem gesamten Weg der Prozessentwicklung bis zur Marktzulassung zu unterstützen³ ⁴ ⁵. In fast allen diesen Projekten haben wir einen End-to-End Digital Twin eingesetzt, um Akzeptanzkriterien zu berechnen und eine Kontrollstrategie festzulegen.
der Supply Chain vermeiden.

Wie in diesem Artikel beschrieben, kann dieselbe Technologie nun in selbstlernender Weise als Design-Tool verwendet werden, um:

  • die richtigen Experimente zu planen und mehr als 50 % unnötiger Durchläufe einzusparen¹
  • gleichzeitig das Prozesswissen zu erweitern, um robustere Prozesse zu etablieren¹
  • eine 50 % schnellere Marktzulassung des Fertigungsprozesses zu erreichen

Viele CMOs und Pharmaunternehmen setzen diese Technologie ein, da die Time-to-Market immer wichtiger wird, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Wenn Sie Entwicklungskosten senken und die Time-to-Market verkürzen wollen, laden wir Sie ein, sich mit uns auf diese Reise zu begeben!

Kontaktieren Sie uns für weitere Informationen oder eine kostenlose Demo!

Drei Mitarbeiter in einer Büroumgebung, die auf ein Tablet in den Händen eines Kollegen schauen.

PAS-X CMC Consulting

Möchten Sie wissen, wie Sie Ihre Prozesse erfolgreich validieren, behördliche Einreichungen realisieren und die Qualität Ihrer Produkte weiter verbessern können? Nutzen Sie unser Prozesswissen und unsere statistische Toolbox, um tiefere Einblicke in Ihre Prozesse zu gewinnen.

Unsere Quellen

Lernen Sie unsere Autoren kennen

Picture of Thomas Zahel, Head of CMC Innovation Consulting at Körber.

Thomas Zahel

Head of CMC Innovation Consulting

Thomas Zahel is Head of CMC Innovation Consulting at Körber. He holds a master’s degree in Biochemical Engineering from the Technical University of Graz and a PhD in applied statistics from Vienna Technical University. He has expert knowledge in theory and implementation of a multitude of statistical disciplines and long experience in developing statistical workflows for process characterization.

Körber-Mitarbeiter lächelnd

Kontaktieren Sie uns

Lassen Sie uns über zukunftsfähige Lösungen für Ihr Unternehmen sprechen.

Experten kontaktieren