Achim Aberle: Vom Loslassen zum gemeinsamen Wachsen

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Für Achim war eine der wichtigsten Entscheidungen seiner Karriere keine technische – sondern eine menschliche. Als Familienunternehmer stand er vor der Frage, wem er sein Unternehmen und die Zukunft seiner Mitarbeiter anvertrauen kann.

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Foto von Körbers Mitarbeiter Achim Aberle.

80 Jahre Körber

Achim Aberle, Körber-Standort: Leingarten, Deutschland


Wenn ich heute zurückblicke, war die wichtigste Entscheidung unserer gemeinsamen Geschichte mit Körber keine technische.
Keine klassische strategische.

Und schon gar keine, die sich allein mit Zahlen erklären lässt.

Es war die Entscheidung, loszulassen.

Damals waren wir ein Familienunternehmen.
Schwäbischer Mittelstand. Unternehmerisch geprägt.
Klar in der Haltung, nah an den Menschen.
Wir hatten etwas aufgebaut, das funktionierte.

Wir waren erfolgreich.
So erfolgreich, dass klar wurde:
Der nächste Wachstumsschritt würde mehr brauchen als das, was wir allein leisten konnten.

Und dann stand plötzlich Körber vor der Tür.

Ein Hamburger Unternehmen, das wir vor allem mit Tabakmaschinen verbanden.

Wir saßen in Besprechungen und fragten uns ganz offen:
Was wollen die von uns?

Wir kamen aus einer anderen Welt.
Unsere Welt war Automatisierung, Software. Prozesse. Intralogistik.

Uns trieb die Überzeugung an, dass nicht mehr allein die Maschine den Unterschied macht, sondern das, was dahinterliegt: Intelligenz, Vernetzung, Integration in die Prozesse unserer Kunden.

Für uns war klar:
Das ist die Zukunft.

Für viele war Software damals noch ein „Nice-to-have“.
Nicht das, was in Zukunft den Unterschied machen wird.

Wir haben mit vielen potenziellen Partnern gesprochen.
Es gab Marktbegleiter, die uns gut kannten und wollten.
Es gab Investoren, die auf den ersten Blick attraktiv wirkten.

Aber bei vielen hatte ich das Gefühl:
Sie wollten Teile von uns.
Nicht uns als Ganzes.

Rosinenpicken.

Ein attraktiver Bereich hier.
Ein Geschäftsmodell dort.
Ein schneller Hebel. Ein sauberer Business Case.

Für uns war das nie genug.

Denn für uns ging es nicht nur um die Eigentümer.
Nicht nur um einen Exit.
Nicht nur um den schnellen Euro.

Es ging um das Unternehmen.
Um die Mitarbeiter, die Menschen.
Um die Familien hinter diesen Menschen.
Um die Frage, ob das, was wir aufgebaut haben, weiterleben kann.

Genau hier hat es sich entschieden.

Körber hat gesagt:
Wir sind überzeugt von Euch.
Lass uns gemeinsam den Weg gehen.
Zu einhundert Prozent.

Für uns war das kein kleiner Schritt. Das war eine Entscheidung, die tief ging.
Denn in dem Augenblick gibt man nicht nur Anteile ab.
Man gibt Kontrolle ab. Identität.
Einfluss. Ein Stück des eigenen Traums.

Und trotzdem waren wir uns sicher: Das ist der richtige Weg.

Weil Körber etwas mitgebracht hat, das viele versprochen, aber nur wenige wirklich ausgestrahlt haben:

Vertrauen.
Kombiniert mit technologischer Kompetenz und einer zukunftsorientierten Denkweise.

Sie haben gesagt: Sprecht mit den Unternehmen, die zu uns gehören und einen ähnlichen Weg gegangen sind. Fragt nach. Prüft uns.

Diese Offenheit war entscheidend.

Denn genau darum ging es am Ende:

Nicht um den höchsten Preis.
Sondern um die tragfähigste Zukunft.

Unsere Vision war klar:
Wir wollten die Intralogistik nicht nur begleiten, sondern aufs nächste Level bringen.
Wir waren überzeugt, dass unsere Lösungen zum entscheidenden Differenzierungsfaktor werden.
Dass die Zukunft nicht im isolierten Maschinenbau liegt, sondern in der Fähigkeit, Prozesse intelligent zu verbinden als Systemintegrator.

Und Körber hat diese Vision nicht nur verstanden.
Sie war bereits Teil der beginnenden Transformation vom Maschinenbauer zum Technologiekonzern.

Das war damals alles andere als selbstverständlich.

„Am Ende war die entscheidende Frage: Wem vertrauen wir?“

Achim Aberle

Körber-Standort: Leingarten, Deutschland

Und genau daraus ist Wachstum entstanden.

Nicht über Nacht.
Nicht ohne harte Arbeit.
Aber mit Klarheit, mit Konsequenz und mit einem gemeinsamen Verständnis davon, wohin die Reise geht.

Seit wir Teil von Körber sind, hat sich unser Geschäft stark weiterentwickelt.
Teams sind gewachsen. Und Ideen, die noch neu waren, sind heute Teil eines erfolgreichen Geschäftsbereichs.

Wenn ich mich frage, was diese Entscheidung eigentlich so besonders gemacht hat, dann ist die Antwort ziemlich einfach:

Wir haben uns nicht für den bequemsten Weg entschieden.
Wir haben uns für den richtigen entschieden.

Wir haben nicht verkauft, um aufzuhören.
Wir haben verkauft, um weiterzumachen.

Vielleicht sogar mutiger als zuvor.

Denn manchmal bedeutet Zukunft nicht, an etwas festzuhalten.

Manchmal bedeutet Zukunft, rechtzeitig loszulassen, damit etwas Größeres entstehen kann.

Und genau das war die Entscheidung.

Photo of the inside of Körber's Leingarten factory.


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