Rajesh Vedak: Die Freude am Erschaffen

Artikel80 Jahre Körber

Rajesh verließ eine sichere Karriere, um bei Körber neu anzufangen und ein Team in Indien von Null aufzubauen. Was folgte, war ein mutiger Sprung ins Unbekannte – und die Chance, etwas Eigenes zu entwickeln.

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Rajesh Vedak

80 Jahre Körber

Rajesh Vedak, Körber-Standort: Mumbai, India  


Wenn ich zurückblicke, gibt es eine Entscheidung,  
die meinen Weg stärker geprägt hat als jede andere: der Wechsel zu Körber.  

Bis dahin hatte ich meine gesamte Karriere bei großen amerikanischen Konzernen verbracht. 
Etablierte Marken. 
Klare Strukturen. 
Vorhersehbare Karrierepfade.  

In Indien lief es für mich hervorragend.  
Ich leitete das Geschäft,  
hatte Erfolg  
– und objektiv betrachtet jeden Grund zu bleiben.  

Als ich dennoch meinen Abschied ankündigte, wurde ich sofort gefragt: 
Warum verlässt du diese Sicherheit? 
Warum gibst du eine erfolgreiche Karriere auf? 
Was ist der Anlass für Deine Entscheidung?  

Doch es gab keinen Anlass. 

Was viele noch mehr irritierte, war mein Ziel: 
Ein Unternehmen ohne jegliche Präsenz in Indien. 
Kein Büro. 
Keine Infrastruktur. 
Nichts.  

Und genau das war der entscheidende Punkt. 

Für mich war es nie nur ein Karriereschritt. 
Es war etwas zutiefst Persönliches: 
Die Freude am Erschaffen.  

Wenn wir erfolgreich sein würden,
würde ich nicht einfach ein bestehendes Geschäft führen. 
Ich würde helfen, etwas von Grund auf aufzubauen. 
Selbst ein Team von zehn Menschen hätte sich wie ein echter Erfolg angefühlt: 
Vorher war nichts da – und plötzlich ist etwas entstanden. 
Allein dieser Gedanke setzte eine enorme Energie in mir frei. 

Rajesh Vedak

„Nicht jeder Schritt fühlte sich sicher an. Aber jeder fühlte sich richtig an.“ 

Rajesh Vedak

Der Start verlief alles andere als geradlinig. 

Ich wurde zunächst gefragt, ob ich bereit wäre umzuziehen. 
Darüber hatte ich zuvor nie nachgedacht.  

Mein berufliches und privates Leben war fest in Indien verwurzelt. 
Daraus entstand ein Moment der Unsicherheit. 

Ich dachte: 
Ich habe mein vorheriges Unternehmen verlassen – und jetzt?  

Doch statt Druck erlebte ich etwas anderes: 
Unterstützung. 
Verständnis. 
Eine Lösung.  

Wir fanden eine pragmatische Übergangslösung: 
Ich arbeitete zunächst von unserem Standort Bangkok aus – 
nah an unseren Märkten, während mein Lebensmittelpunkt in Indien blieb. 

Dieser Moment ist mir bis heute in Erinnerung geblieben. 

Weil er etwas Grundlegendes zeigte: 
Herausforderungen beenden keine Geschichte. 
Sie schreiben sie weiter.   

Was danach folgte, war die intensivste Form von Unternehmertum, die ich je erlebt habe. 

Körber hat mir den nötigen Rückhalt gegeben. Was ich daraus mache, lag bei mir. 
Im Alltag fühlte es sich an wie der Aufbau eines eigenen Unternehmens: 
Kunden überzeugen. 
Vertrauen gewinnen. 
Mitarbeitende einstellen. 
Strukturen schaffen. 
Probleme lösen, für die es lokal noch keine Lösungen gab. 

„Man muss kein Unternehmen besitzen, um unternehmerisch zu denken.“ 

Rajesh Vedak

Jedes Jahr brachte neue Herausforderungen. 
Kein Jahr glich dem vorherigen. 
Und genau diese ständige Neuerfindung machte den Weg so erfüllend. 
Aus dem Fokus auf Stabilität wurde Dynamik.  

Aus einer Person wurde ein wachsendes Team - 
und eine Organisation mit heute rund 150 Kolleginnen und Kollegen. 

Das ist die Magie des Erschaffens: 
Es geht nicht nur um Wachstum. 
Es geht darum, etwas zu entwickeln. 
Identität. 
Kompetenz. 
Selbstvertrauen. 

Rückblickend frage ich mich manchmal: 
Habe ich die Risiken vollständig erfasst? 
Was wäre gewesen, wenn Investitionen gestoppt worden wären? 
Wenn Strategien sich geändert hätten? 
Wenn Indien sich anders entwickelt hätte?  

Diese Gedanken waren damals real. 
Doch sie überwogen nie meine zentrale Überzeugung: 
Wachstum braucht den Mut, Sicherheiten loszulassen. 

„Risiko ist nicht das Gegenteil von Sicherheit. Es ist oft der Beginn von Wachstum.“ 

Rajesh Vedak

Markenbekanntheit musste aufgebaut werden. 
Vertrauen musste entstehen. 
Präsenz musste geschaffen werden.  

Von Grund auf.  

 

Körber-Mitarbeiter lächeln

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