Patrick Bouilloud: Über den Tellerrand hinaus

Artikel80 Jahre Körber

Patrick erzählt, was echte Entscheidungen wirklich brauchen – und warum Fortschritt dort beginnt, wo wir unsere eigene Perspektive verlassen.

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Bild der Außenansicht von Körbers Büro in Richmond, USA.

80 Jahre Körber

Patrick Bouilloud, Körber-Standort: Richmond, USA


Ich habe gelernt: Entscheidungen sind selten eine Frage des Mutes. 

Es geht um die richtige Denkweise, um Vertrauen und Verantwortung – gegenüber dem Kunden und gegenüber den Menschen, die die Dinge umsetzen. 

Ich erinnere mich an eine Situation zu Beginn meiner Karriere in Frankreich. 
Ein Kunde wollte die Maschine, war aber nicht überzeugt, dass wir sie liefern können. 

Und genau das war der entscheidende Moment für mich. 
Entweder wir geben klein bei – oder wir kämpfen für eine Lösung, an die wir wirklich glauben. 

Deshalb haben wir ein Team zusammengestellt. 
Aus den richtigen Leuten: Ingenieure, Techniker, Experten.  
Wir haben nicht nur erklärt, was wir tun würden, sondern auch, warum es funktionieren wird. 

Patrick Bouilloud

„Wenn man in Silos denkt, findet die Zukunft woanders statt.“

Patrick Bouilloud

Der Zeitrahmen war eng: Wir rechneten mit sechs Monaten. 
Der Kunde wollte es in einem Monat. 

Für mich war die Entscheidung klar: 
Ein kalkuliertes Risiko eingehen, um die Lösung möglich zu machen. 

Nicht blind. 
Denn eines ist ebenso wichtig: Man trägt Verantwortung für sein Team. 

Jede Entscheidung hat Konsequenzen. 
Für den Kunden. 
Für die Menschen im Unternehmen. 

Wenn man Menschen über das Belastbare hinaus fordert, entsteht kein Erfolg – sondern Erschöpfung. Vertrauen in das Team bedeutet auch, es zu schützen. 

Und Vertrauen ist alles. 

Man kann einen Kunden nicht überzeugen, wenn die eigenen Mitarbeiter nicht an sich selbst glauben. Man kann nicht vorankommen, wenn man allein dasteht. 

Deshalb ist Zusammenarbeit so wichtig. 
Über Funktionen hinweg. Über Geschäftsbereiche hinweg. Über Teams hinweg. 

Unternehmen sind voller Silos. 
Vertrieb, Technik, Betrieb – alle gehen davon aus, dass die anderen ihre Realität verstehen. 
Tun sie aber nicht. 

Echter Fortschritt beginnt, wenn man aus der eigenen Perspektive heraustritt und sich anderen Sichtweisen öffnet. 
Unterschiedliche Perspektiven widersprechen sich nicht – sie vervollständigen das Bild.

„Fortschritt beginnt in dem Moment, in dem man über den Tellerrand hinausblickt.“

Patrick Bouilloud

Wir haben sogar mit etwas Einfachem experimentiert: 
Führungskräfte verbringen einen Tag in der Rolle einer anderen Person. 

Zuerst gab es Zweifel. 
Dann haben sie es verstanden.  

Denn sobald man die Herausforderungen anderer aus erster Hand erlebt, verändern sich Gespräche. Diskussionen werden zu Lösungen. Gespräche werden zu Dialogen. 

Für mich ist das die unternehmerische Denkweise in der Praxis: 

Nicht fragen: „Warum wird das nicht funktionieren?“ 
Sondern: „Was wäre, wenn es funktioniert?“ 

Natürlich bewertet man weiterhin die Risiken. 
Finanzielle Auswirkungen. 
Operative Auswirkungen. 
Auswirkungen auf die Menschen. 

Aber wenn die Chance da ist, 
wenn der Mehrwert für den Kunden klar ist, 
wenn das Team daran glaubt – dann geht man voran.  

Stillstand ist auch eine Entscheidung. 

Und oft die riskanteste. 

Körber-Mitarbeiter lächeln

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