István Inotai, Körber-Standort: Pécs, Ungarn
Während der Corona-Pandemie zeigte sich, wie verwundbar globale Lieferketten sein können.
Sie gerieten nicht nur ins Wanken. Sie funktionierten zeitweise nicht mehr.
Halbleiter fehlten. Zentrale Bauteile waren nicht verfügbar. Entscheidendes Wissen lag außerhalb des Unternehmens – bei Partnern, auf die wir angewiesen waren. Und plötzlich standen eingespielte Abläufe still.
Für das operative Geschäft war das keine gewöhnliche Verzögerung.
Es war eine ernste Herausforderung.
An einem Freitagnachmittag bekam ich einen Anruf von meinem Kollegen Marek Dierks.
Es gab vielleicht noch eine letzte Option.
Aber sie ist riskant. Und sie erfordert Vertrauen, Mut und echte Verantwortung.
Der Vorschlag klang gewagt:
Eine der komplexesten und wertvollsten Einheiten unserer Maschinen selbst bauen:
Schaltschrank-Systeme. Systeme, die bislang nie im Unternehmen gefertigt worden waren.
Die Frage war nicht: Können wir das perfekt?
Die Frage war: Wie können wir das schaffen?
Innerhalb weniger Tage bildete sich ein kleines Expertenteam.
In acht intensiven Wochen zerlegten sie die letzten verfügbaren Schaltschränke, analysierten jede Verbindung, dokumentierten jeden Schritt und bauten alles neu auf.
Schritt für Schritt.
Detail für Detail.
Nicht unter Testbedingungen –
sondern an Maschinen, die direkt an Kunden ausgeliefert wurden.
Keine Prototypen.
Keine zweite Chance.