Paolo Sodero: Von Lucca nach Shanghai

Artikel80 Jahre Körber

Paolo hat viele Jahre seines Berufslebens in anderen Ländern verbracht. Dabei hat er gelernt, dass Führung nicht überall gleich funktioniert – und dass echte Veränderung oft bei einem selbst beginnt.

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Paolo Sodero

80 Jahre Körber

Paolo Sodero, Körber-Standort: Treviso, Italien


Im Einkauf trifft man jeden Tag Entscheidungen. 
Manche sind schnell getroffen. Manche sind unangenehm. 
Und manchmal muss man einfach handeln. 

Nach mehr als zwanzig Jahren in diesem Arbeitsbereich habe ich eine Sache gelernt: 
Wenn der Moment gekommen ist, handle ich lieber, als zu warten. 
Denn Warten löst selten ein Problem. 

Aber eine der wichtigsten Lektionen hatte nichts mit Schnelligkeit zu tun. 
Es ging um Anpassung.  

Vor Jahren bin ich von Italien nach China gezogen. 

Ein neues Land. 
Eine neue Sprache. 
Eine neue Kultur. 

„Global zu arbeiten, heißt nicht, überall gleich zu handeln – sondern überall neu zu lernen.“

Paolo Sodero

Ich bin in Italien aufgewachsen. 
In der Nähe von Lucca in der Toskana, wo ich auch heute noch lebe.  

Die Dörfer dort sind klein. 
In meiner Nachbarschaft leben vielleicht zweihundert Menschen. 
Jeder kennt jeden. 

Dann bin ich nach Shanghai gezogen. 
Und plötzlich hat sich alles verändert.  

Die Wohnanlage, in der ich lebte, hatte etwa zwanzigtausend Bewohner. 
Mehr Menschen als in vielen kleinen Städten meiner Heimat.  

Shanghai selbst hat rund dreißig Millionen Einwohner. 
Man kann vier Stunden lang mit dem Auto fahren und ist immer noch innerhalb derselben Stadt. 

In diesem Moment wird einem schnell klar: 
Die eigene Perspektive ist im Vergleich zur Welt sehr klein.  

Und ebenso schnell wurde mir klar, dass der Führungsstil, den ich gewohnt war, dort nicht funktionierte. 

In Italien setzt man zwanzig Menschen in einen Raum – und bekommt direkt zwanzig Meinungen. 

In China habe ich das anders erlebt.  
In einer Besprechung hören die Leute aufmerksam zu und nehmen sich Zeit, bevor sie ihre Gedanken teilen.  

Zuerst habe ich dieses Abwarten missverstanden. 
Ich dachte, alles sei klar. 
War es aber nicht zwangsläufig. 

Also änderte ich meine Herangehensweise. 
Und habe bewusst Räume geschaffen, in denen Austausch auf unterschiedliche Weise stattfinden kann – in der großen Runde und im direkten Gespräch.  

Damit veränderte sich etwas. 
Ideen wurden konkreter. 
Fragen greifbarer. 
Unterschiedliche Perspektiven sichtbarer. 

Und mir wurde etwas Wichtiges klar: 
In einer anderen Kultur funktioniert es nicht, die eigenen Maßstäbe einfach zu übertragen.
Veränderung beginnt bei einem selbst. 

„Führung schafft Räume, in denen Antworten entstehen können.“

Paolo Sodero

Im Laufe der Jahre habe ich in verschiedenen Ländern gelebt und gearbeitet. 
Italien. China. USA. 

Drei sehr unterschiedliche Kulturen. 
Drei sehr unterschiedliche Denkweisen. 

All diese Erfahrungen haben mir gezeigt: 
Erfolg in einem globalen Umfeld bedeutet, offen für andere Wege zu sein. 
Zuhören. 
Beobachten. 
Sich auf andere einlassen. 
Und in einem globalen Unternehmen wie Körber machen diese Fähigkeiten den Unterschied. 

Körber-Mitarbeiter lächeln

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