Christian Scherer: Wenn doch nur alles so einfach wäre… 

Artikel80 Jahre Körber

Christians Karriere startete als Auszubildender. Wenige Jahre später verantwortete er den Vertrieb für wichtige internationale Märkte. Eine Geschichte über den Mut, Chancen zu ergreifen – auch wenn man sich nicht bereit fühlt.

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Christian Scherer

80 Jahre Körber

Christian Scherer, Körber-Standort: Markt Schwaben, Deutschland


Ich bin 41. Und seit 25 Jahren im selben Unternehmen. 
Ich habe mit 16 als Auszubildender angefangen. 

Damals waren wir ein kleines Familienunternehmen. 
90 Leute. 
Kurze Wege. 

Wenn man etwas wissen wollte, ging man ins Büro des Chefs. 

Anfangs habe ich Maschinen aufgebaut und in Betrieb genommen.  

Irgendwann wurde ich gefragt: 
„Kannst Du Dir vorstellen im Vertrieb zu arbeiten?“ 

Ich war 24. 
Ohne Vertriebserfahrung. 
Trotzdem habe ich Ja gesagt.  
Weil ich lernen wollte.  

Und plötzlich saß ich Verhandlungen, in denen es um Millionen ging. 

Irgendetwas muss ich wohl richtig gemacht haben. 
Denn kurz darauf wurde mir angeboten,
die Verantwortung für den Vertrieb in Indien zu übernehmen. 
Der am schnellsten wachsende Pharmamarkt der Welt. 

Später kamen die USA dazu. 
Der größte Pharmamarkt der Welt. 
Ich war noch keine 30. 

Indien auf der einen Seite. 
Die USA auf der anderen. 

Zwei Kontinente. 
Mehrere Zeitzonen. 
Ich habe enorm viel gelernt. 
Aber auch enorm viel Zeit investiert. 

Christian Scherer

“Mit 30 führte ich einen weltweiten Vertrieb mit Kollegen, die fast doppelt so alt waren wie ich.“ 

Christian Scherer

Und irgendwann habe ich gemerkt: 
So funktioniert das nicht mehr für mich. 
Zu viele Flüge. 
Zu wenig Schlaf. 

Also habe ich mich entschieden, die Verantwortung für Indien abzugeben 
und mich auf den amerikanischen Markt zu konzentrieren: 
von Alaska bis Feuerland. 

2011 wurden wir Teil von Körber. 

Ich komme aus dem Mittelstand.  
Aus einer Welt, in der Angebote noch mit Kugelschreiber korrigiert wurden.  
Wir hatten Ordner mit Maschinenvorlagen.  
Wenn sich etwas änderte, wurde es per Hand angepasst.  

Als ich angefangen habe, Angebote direkt beim Kunden digital zu verändern und am nächsten Tag zu verschicken, war das schon ein Fortschritt. 

Mit Körber kamen auf einmal neue Möglichkeiten. 
Internationalität. 
Netzwerke. 
Strukturen. 

Manche sehen darin einen Gegensatz. Ich nicht. 

Ich habe immer versucht, das Beste aus beiden Welten zu vereinen: 
die Geschwindigkeit des Mittelstands 
und die Möglichkeiten eines Konzerns. 

Beides zusammen ist unschlagbar. 

Und egal, wo ich arbeite – meine Denkweise bleibt gleich: 

Ich bleibe nah am Kunden. 
Wenn ich verstehe, wo die Probleme liegen, erkenne ich auch, wo Lösungen entstehen. 

„Wenn ich den Kunden wirklich verstehe, weiß ich auch, wo Lösungen entstehen können.“ 

Christian Scherer

Und ich schaue bewusst über meine Branche hinaus. 
Die Pharmaindustrie ist konservativ. 
Viele Veränderungen beginnen woanders. 

Automotive. 
Tech. 
Consumer. 

Wenn man dort hinschaut, versteht man manchmal früher,
was auch bei uns passieren wird. 

Aber unabhängig davon, wo sich etwas ändert
– im Grunde arbeite ich immer noch so wie früher und bleibe mir treu. 

Neugierig. 
Pragmatisch. 
Mit einer klaren Haltung: 

Wenn sich eine Chance zeigt, sage ich erst mal Ja. 
Der Rest findet sich unterwegs. 

Körber-Mitarbeiter lächeln

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