Gunnar Jans: Genchi Genbutsu

Artikel80 Jahre Körber

Keine Sicherheiten. Kein doppelter Boden. Dafür maximale Lernkurve. Gunnars Geschichte zeigt, warum der direkte Weg zum Kunden oft der prägendste ist.

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Guunar Jans

80 Jahre Körber

Gunnar Jans, Körber-Standort: Hamburg-Bergedorf


1984 habe ich bei Körber angefangen. 

Damals war der Hamburger SV amtierender Europapokalsieger. 
Eine große Zeit. Und für mich der Beginn einer sehr langen Reise. 

Heute blicke ich auf über 40 Jahre Körber zurück – 
und auf eine Entscheidung, die alles geprägt hat. 

Ich war Anfang zwanzig, als ich in den Technischen Kundendienst wechselte. 

Man muss sich diese Zeit vor Augen führen: 

Kein Internet. 
Kein Google Maps. 
Keine sozialen Netzwerke. 

Mein Horizont war überschaubar. 
Familienurlaube in Dänemark und Österreich. 

Schön. Aber begrenzt. 

Ich wollte hinaus. 
Die Welt sehen. 
Schnell lernen. 
Schnell wachsen. 

Der Technische Kundendienst war meine Tür dafür. 

Plötzlich stand ich allein beim Kunden. 
Vor Maschinen. 
Vor Problemen. 
Vor Erwartungen. 

Ohne doppelten Boden. 

Ich habe in keiner Phase meines Berufslebens mehr gelernt als  
in der Produktion unserer internationalen Kunden. 

Man bekommt einen direkten Blick auf die Realität: 

Wie Fabriken funktionieren. 
Wie Kunden denken. 
Wie entscheidend unser Beitrag wirklich ist. 

Eine Maschine läuft – oder eben nicht. 

Diese Klarheit prägt. 

Mein erster großer Einsatz führte mich nach Estoril in Portugal. 
Zwei Monate. 

Strand vor der Tür. 
Hotelzimmer ohne Fernseher, ohne Telefon. 

Heute kaum vorstellbar. 

Aber genau das machte diese Zeit so intensiv. 

Ich war unterwegs. 
Mit Kollegen. 
Mit anderen Generationen. 
Mit anderen Perspektiven. 

Ich wuchs – fachlich und menschlich.

Guunar Jans

„In keiner Phase meines Berufslebens habe ich mehr gelernt als im Technischen Kundendienst.“ 

Gunnar Jans

Später dann der erste Einsatz allein. 

Der Werkleiter musterte mich und machte aus seiner Überraschung keinen Hehl: 
Er hatte einen erfahrenen Techniker erwartet. 
Keinen jungen Mann Anfang zwanzig. 

Solche Momente vergisst man nicht. 

Aber genau dort entsteht etwas Entscheidendes: 

Selbstvertrauen. 
Verantwortungsgefühl. 
Reife. 

Schwimmen lernt man im Wasser. 
Nicht am Strand. 

„Schwimmen lernt man im Wasser. Nicht am Strand.“ 

Gunnar Jans

Rückblickend war mir damals nicht bewusst, 
wie prägend dieser direkte Kundenkontakt sein würde. 

Heute weiß ich: 
Diese Erfahrung begleitet mich bis heute. 

In meiner Rolle. 
In meinem Denken. 
In meiner Haltung. 

Ich bin inzwischen für den Bereich Global Services verantwortlich. 
Über 400 Servicetechniker. 
Im Einsatz in mehr als 100 Ländern. Jedes Jahr. 

Und ich sage jungen Kolleginnen und Kollegen noch immer: 
Wenn ihr die Chance habt, geht hinaus. 

Nicht für immer. 
Aber für eine Zeit. 

Ihr lernt nirgendwo schneller. 
Ihr versteht nirgendwo besser. 
Ihr wachst nirgendwo nachhaltiger. 

Eine Maxime hat mich dabei immer begleitet: 

Genchi Genbutsu. 
Geh hin, schau es dir selbst an. 

Dort, wo es passiert. 
Dort, wo es zählt. 

Denn „Erste Wahl bei unseren Kunden“ ist kein Slogan. 

Es ist eine Entscheidung. 
Immer wieder. 

Körber-Mitarbeiter lächeln

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