António Conde, Körber-Standort: Konstanz, Deutschland
Als ich meine Karriere begann, wurde ich darauf trainiert,
wie ein rein Zahlen-getriebener Geschäftsmann zu denken.
Mein Arbeitgeber vor Körber war ein unglaublicher Ort zum Lernen:
schnell, diszipliniert, sehr ergebnisorientiert.
Entscheidungen waren klar. Alles wurde gemessen.
Gewinn. Effizienz. Ergebnisse.
Wenn etwas funktionierte, wurde es skaliert.
Wenn etwas nicht funktionierte, wurde es gestrichen.
Damals fühlte sich diese Denkweise für mich völlig selbstverständlich an.
Nicht lange nach meinem Einstieg bei Körber wurde ich gebeten,
die Verantwortung für ein Unternehmen zu übernehmen, das wir akquiriert hatten.
Die Zahlen sahen herausfordernd aus.
Als ich mir die Finanzen ansah, sagte mir mein Instinkt:
Hier müssen wir aktiv werden.
Das war der rein zahlengetriebene Geschäftsmann in mir.
Etwa zu dieser Zeit nahm ich an einem Körber Leadership Meeting teil.
Einer der Vorträge handelte von langfristigen Beziehungen. Von Verantwortung.
Davon, etwas aufzubauen, das Bestand hat.
Und ich erinnere mich, wie ich dort saß und dachte:
Das ist eine völlig andere Art, auf Geschäft zu schauen.
Nicht das nächste Quartal.
Nicht die nächste Bilanz.
Sondern das große Ganze.
Der Redner sagte etwas, das mir im Gedächtnis geblieben ist:
Manchmal lautet die eigentliche Frage nicht: „Wie stoppen wir heute den Verlust?“
Die eigentliche Frage ist: „Was könnte daraus morgen werden?“
Dieser Satz ließ mich auch lange nach dem Vortrag nicht los.
Als ich zurückkam, sah ich mir das Unternehmen noch einmal an.
Die gleichen Zahlen.
Aber diesmal stellte ich eine andere Frage:
Welche Fähigkeiten sind hier eigentlich vorhanden?
Welches Wissen steckt in diesem Team?
Was könnte aus diesem Unternehmen werden, wenn wir bereit sind, weiter nach vorne zu denken?
Und plötzlich sah das Bild anders aus.