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Ökosystem als Schlüssel zum Erfolg
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Jürgen Heller, unser Chief Sales Officer, erklärt in einem Interview, warum kooperative Partnerschaften die Zukunft der Branche und der entscheidende Faktor für den Kundenerfolg sind.

Sich schnell verändernde Märkte und Technologien eröffnen produzierenden Unternehmen enorme Chancen. Sie bedeuten jedoch auch deutlich strengere Anforderungen an Aspekte wie Markteinführungszeit (Time-to-Market), Flexibilität oder Nachhaltigkeit. Welche Antworten bietet Körber auf neue Herausforderungen?
Jürgen Heller: Grundsätzlich bringen die neuen, rasant auf den Markt drängenden Technologien auch Komplexität mit sich. Es ist unser Ziel, mit unseren Angeboten jederzeit den maximalen Kundennutzen zu erzielen. Deshalb setzen wir in dieser Hinsicht auf vernetzte Lösungen. Genauer gesagt sprechen wir von Ökosystemen: Wir erweitern unser Portfolio durch strategische Allianzen mit Partnern innerhalb und außerhalb des Körber-Konzerns. Dadurch sind wir in der Lage, uns schneller und flexibler an die sich wandelnden Bedürfnisse unserer Kunden anzupassen. Wir verstehen ein solches Ökosystem als eine Gruppe von Akteuren aus unterschiedlichen Unternehmen oder Geschäftsbereichen, die auf Augenhöhe zusammenarbeiten und sich gegenseitig ergänzen. Dadurch erhält der Kunde umfassende Komplettlösungen aus einer Hand und es entstehen völlig neue Angebote. Durch diese Kombination von Produkten, Lösungen und Dienstleistungen verschiedener Akteure können wir die Kundenbedürfnisse weitaus besser erfüllen als mit Einzellösungen.
Sie befinden sich in guter Gesellschaft, wenn Sie auf Ökosysteme setzen…
Jürgen Heller: Das ist in der Tat der Fall. Heutzutage müssen die Global Player unter den Technologieunternehmen eine Vielzahl von Anforderungen erfüllen, die nur durch ein erfolgreiches Ökosystem realisierbar sind. Neben uns setzen auch zahlreiche andere weltweit führende Unternehmen auf den Aufbau solcher Systeme.
Gibt es Bereiche, in denen diese Ökosysteme für die Tabakindustrie eine besondere Rolle spielen?
Jürgen Heller: Ein sehr konkretes Beispiel ist die Entwicklung von biologisch abbaubaren Filteralternativen. Wir forschen in diesem Bereich intensiv und arbeiten mit Experten und renommierten Materiallieferanten im Körber-Ökosystem gemeinsam an Lösungen für biologisch abbaubare Filteralternativen aus unterschiedlichen Materialien wie Vliesstoff oder Papier. Diese starke kooperative Partnerschaft hat es uns heute ermöglicht, zukunftssichere Lösungen für herkömmliche Zigaretten und Next-Generation-Produkte bereitzustellen. Kunden haben Zugriff auf die gebündelten Kompetenzen im Körber-Ökosystem, das sowohl interne als auch externe Experten umfasst.

Was genau meinen Sie, wenn Sie von Herausforderungen und Lösungen sprechen? Wo entfalten die Vorteile von Ökosystemen ihre Wirkung?
Jürgen Heller: Solche integralen Lösungen helfen Kunden, ihre Ziele schneller zu erreichen. Sie bieten eine Antwort auf unterschiedlichste Herausforderungen wie Kostendruck, Datenintegrität, Störungen in der Lieferkette, Produktionsprobleme, Herausforderungen bei der Markteinführung, digitale Transformation und Produktsicherung. Wir arbeiten mit unseren Partnern konsequent zusammen, um passende Angebote zur Erfüllung dieser Aufgaben bereitzustellen, unabhängig davon, ob Körber oder ein Partner die Lösung anbietet.
Könnten Kunden diese Partnerunternehmen nicht selbst zusammenbringen und die Beiträge der einzelnen Unternehmen koordinieren?
Jürgen Heller: Dies ist je nach Anwendungsfall und dem Maß an Kundenvertrauen ebenfalls gängige Praxis. Wir begrüßen diesen Ansatz, da er das große Vertrauen zeigt, das die Kunden in unsere Entwicklungsarbeit setzen. Sobald die Partner und ihre jeweiligen Aufgaben feststehen, übernehmen wir die Verantwortung für die Koordination und Umsetzung der gemeinsamen Lösung. Für die Kunden ist es ein klarer Vorteil, bei solchen Projekten nicht alles selbst steuern zu müssen. Wir bieten ihnen das Gegenteil von komplexem Projektmanagement: Die Kunden können mit einem einzigen Ansprechpartner kommunizieren, während wir bei der Steuerung des Ökosystems quasi als Generalunternehmer fungieren. In diesem Ökosystem bündeln mehrere Unternehmen ihre Stärken und konzentrieren sich dabei auf ein oder mehrere Kundenbedürfnisse. Dieser Ansatz hat sich bewährt und bietet eine größere Wirkung als separate, individuelle Angebote. In der Wirtschaftswissenschaft sprechen wir in solchen Fällen vom Prinzip „1 plus 1 gleich 3“. Es ist oft so, dass das Ganze mehr ist als die Summe seiner Teile.
Lassen Sie uns für einen Moment genauer hinsehen: Warum sollte das Körber-Geschäftsfeld Technologies der Generalunternehmer sein? Auf dem Papier könnte jeder der anderen Partner diese Rolle übernehmen.
Jürgen Heller: Das ist theoretisch natürlich richtig. Wenn es jedoch um die Tabakindustrie geht, befinden wir uns in einer einzigartigen Position, die uns für diese Rolle stark qualifiziert. Dies beginnt bei unserer Präsenz an kundennahen Standorten weltweit, umfasst fast 80 Jahre geballtes Fachwissen über alle Besonderheiten, Prozesse und Herausforderungen in der Tabakindustrie und reicht bis zur Integration des Geschäftsfeldes in den Körber-Konzern. Der Konzern bietet mit seinen anderen Geschäftsfeldern Digital, Pharma und Supply Chain enorme Synergien und Expertise für Einzelprojekte. Vor diesem Hintergrund sind wir in der Lage, nicht nur Produkte und Lösungen anzubieten, sondern auch ganzheitliche Konzepte, die physische und digitale Aspekte entlang der gesamten Wertschöpfungskette vereinen. Kurz gesagt, wir bieten alles, was unsere Kunden von einem kompetenten Ansprechpartner erwarten, um ein erfolgreiches Ergebnis zu gewährleisten. Der gesamte Ansatz funktioniert nach dem Win-win-win-Prinzip: Wir profitieren von diesem Prozess genauso wie der Kunde und die Partner.
Existieren diese Vorteile heute schon?
Jürgen Heller: Natürlich ist ein solches Ökosystem nie abgeschlossen, da es sich auf der Grundlage des Marktes und der Kundenanforderungen ständig weiterentwickelt. Innerhalb unserer Organisation existiert es jedoch bereits. Wir haben funktionierende Kooperationen in verschiedenen Bereichen. Ein Beispiel ist die bereits erwähnte Entwicklung biologisch abbaubarer Filter, bei der wir mit verschiedenen Materiallieferanten zusammenarbeiten, um den Kunden eine Komplettlösung aus Materialien und unserer Prozesstechnik zu bieten. Ein weiteres Beispiel sind unsere umfassenden Logistiklösungen, für die wir in erster Linie die Expertise im Körber-Geschäftsfeld Supply Chain nutzen. Wir haben auch die aufeinander abgestimmten Make-Pack-Linien, die auf einer langjährigen Zusammenarbeit mit Focke & Co. basieren. Die Komplettlösungen für orale Nikotinprodukte, die gemeinsam in Kooperation mit Partnern und dem Körber-Geschäftsfeld Pharma im Primärbereich entwickelt wurden, resultieren aus der Integration unterschiedlicher Fachkenntnisse in verschiedenen Unternehmen. Diese Kooperationen sind nur der Anfang und zeigen das enorme Potenzial, das ein ökosystembasierter Ansatz bietet. Wir investieren kontinuierlich in diese Ökosysteme. Dabei betrachten wir nicht nur isolierte Produkte und Prozessschritte. Wir bündeln auch mehrere Komponenten zu einem ganzheitlichen Angebot. Wir sind fest entschlossen, diese Strategie weiterzuverfolgen, nicht zuletzt aufgrund des hervorragenden Feedbacks, das wir von unseren Kunden erhalten. Dies motiviert uns, unsere Zusammenarbeit mit Partnern im Ökosystem weiter auszubauen.
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