Umstellung des SAP WM auf S4/HANA - Teil 2

ArtikelSupply Chain Insights

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Viele Kunden, die ein dezentrales LES (WM) z.B. für automatisierte Lager im Einsatz haben, fragen uns, was sie im Hinblick auf S/4HANA machen sollen und dies ist ein sehr spezielles Thema.

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Stellen Sie sich ein SAP-Lager voller ordentlich gestapelter Kartons vor.

Welche Szenarien mit einem dezentralen LES gibt es überhaupt?

Man kann ein dezentrales SAP Logistic Execution System (LES), das auf SAP ECC läuft, auf S/4HANA migrieren. Allerdings darf man das dezentrale LES, genau wie das zentrale LE-WM, nur bis voraussichtlich 31.12.2025 im Kompatibilitätsmodus auf S/4HANA betreiben. Auch das Stock Room Management hilft hier nicht weiter. Das dezentrale LES Szenario unterliegt keiner Nutzungsfreigaben für das Stock Room Management. Von daher macht eine Migration des dezentralen LES auf S/4HANA wenig Sinn.

Ein dezentrales LES auf SAP ECC kann aber an ein S/4HANA angebunden werden. SAP bietet hierfür die entsprechenden Schnittstellen. Und in diesem Fall ist es erlaubt, das dezentrale LES auf SAP ECC über voraussichtlich 2027 hinaus gemeinsam mit einem S/4HANA zu betreiben. Der reguläre Support für SAP ECC steht nach aktuellem Kenntnisstand bis Ende 2027 zur Verfügung und steht voraussichtlich sogar bis Ende 2030 mit einem extended Support zu höheren Supportkonditionen zur Verfügung.

Funktonale Einschränkungen gibt es in diesem Szenario nicht. Vor allem ist es im Gegensatz zum Stock Room Management im dezentralen LES weiterhin erlaubt, unter anderem SAP TRM und die WM-LSR-Schnittstelle einzusetzen.


Was ist also zu tun?

Will man das dezentrale LES weiter auf SAP ECC betreiben, wartet man ab, bis das zugehörige ERP-System auf S/4HANA migriert ist und bindet das dezentrale LES mit Umstellung auf S/4HANA an dieses an.

Früher oder später kommt jedoch der Punkt, an dem man die Vorteile eines dezentralen SAP EWM nutzen sollte. Ein Wechsel von einem dezentralen LES auf ein dezentrales EWM oder embedded EWM ist allerdings wie ein Neuprojekt zu bewerten und mit einem entsprechenden Aufwand und Kosten verbunden. Die meisten Kunden werden deswegen den Wechsel nicht ohne einen Anlass, wie z.B. größere Veränderungen im Lager, machen. Wann der geeignete Zeitpunkt ist, lässt sich nicht pauschal beantworten. Hier beraten wir sie gerne auf ihre spezielle Situation bezogen.


Kann es sinnvoll sein, vom zentralen WM auf ein dezentrales LES zu wechseln?

Die Einschränkungen des Stock Room Managements in S/4HANA, insbesondere bei der Anbindung automatischer Lager, machen manche Kunden erfinderisch.

Wenn Kunden viel programmiert haben (Dialoge, Strategien, ...), um die Lagerprozesse in einem zentralen WM zu optimieren, wollen sie diese Optimierungen möglichst beibehalten. Sie wissen auch, dass die Wahrscheinlichkeit, dass solche Optimierungen als Standard in ein neues WMS aufgenommen werden, gering ist. Dies gilt auch für das EWM. Das bedeutet, dass sie bei einem Wechsel von LE-WM zu EWM nicht nur die Aufgabe der EWM-Implementierung bewältigen müssten, sondern auch die zusätzliche Programmierung zur Optimierung der Lagerprozesse.

In dieser Situation sollten die Kunden eine Migration des zentralen LE-WM auf ein dezentrales LES (dez. LE-WM) in Erwägung ziehen, was in der Regel mit wesentlich weniger Aufwand möglich ist als die Einführung eines neuen EWM. Ziel dieser Überlegung ist es, das dezentrale LES so an S/4HANA anzubinden, dass es auch nach 2027, nach heutigem Kenntnisstand aber maximal bis Ende 2030 weiter genutzt werden kann.

Dieser Ansatz würde jedoch bedeuten, viel Geld für die Wartung einer alten Lösung auszugeben. Es ist fraglich, ob dies strategisch klug ist. Bei stark kostenorientierten Entscheidungen mit einem eher kurzen Blick in die Zukunft kann dieser Weg aber durchaus eine Option sein.

Dieser Artikel ist Teil zwei einer Serie von Körbers SAP-Experten Dr. Karten Fuchs zum Thema Migration Ihres SAP-Lagermoduls nach S4/HANA. Lesen Sie Teil eins und auf dem Körber-Blog.

Lernen Sie unsere Autoren kennen

Dr. Karsten Fuchs - Director, Körber Supply Chain Consulting

Dr. Karsten Fuchs

Director, Körber Supply Chain Consulting

Dr. Karsten Fuchs ist seit 2005 Teil des Körber Supply Chain SAP-Teams und ist dem Hauptsitz in Bad Nauheim zugeordnet. Sein Schwerpunkt liegt im Presales SAP EWM für manuelle und hoch automatisierte Lager. Zusätzlich kümmert er sich um strategische Punkte rund um die Digitalisierung.

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