Wir sprachen mit Helena Garriga, Mitglied des Körber-Konzernvorstands und verantwortlich für das Geschäftsfeld Supply Chain sowie mit Suunil Dabral, Senior Vice President und Regional Head Asia-Pacific, Geschäftsfeld Supply Chain, über die Bedeutung dieser organisatorischen Weiterentwicklung und darüber, wie sie Körbers Ansatz zur Lösung realer Herausforderungen in globalen Lieferketten prägt.
Was bedeutet die vollständige Übernahme von Godrej Körber für Körber und seine Position in globalen Lieferketten?
Helena Garriga: Dabei geht es um strategische Autonomie. Mit der vollständigen Übernahme verfügen wir über eine schlankere Organisation, die uns mehr Geschwindigkeit und eine vollständige operative Ausrichtung ermöglicht. Indien ist nun ein vollständig integrierter Knotenpunkt in unserem globalen Netzwerk und nicht mehr nur ein regionaler Markt. Diese strategische Autonomie erlaubt es uns zudem, Innovationen aus anderen Teilen der Welt nach Indien zu bringen und unsere Kunden vor Ort umfassend zu bedienen.
Mit diesem Schritt bekräftigen wir unser langfristiges Engagement in einer der am schnellsten wachsenden Regionen der Welt und stärken zugleich unsere Fähigkeit, Kunden mit größerer Nähe und Geschwindigkeit zu unterstützen. Gleichzeitig steht die Übernahme im Einklang mit unserem übergeordneten Ziel, unsere Führungsposition in unseren Industrien sowohl durch organisches Wachstum als auch durch Akquisitionen weiter auszubauen.
Suunil Dabral: Was mich besonders begeistert, ist die Stärkung unserer Mitarbeitenden. Unsere Teams in Indien befinden sich heute an der Schnittstelle zwischen globaler Innovationskraft und einem der dynamischsten Supply-Chain-Märkte weltweit. Das ist eine außergewöhnliche Position. Wir sind kein Satellitenstandort mehr, der einen anderswo entwickelten Plan umsetzt, sondern wir gestalten aktiv mit, wie Körber globale Herausforderungen löst. Für unsere Kunden bedeutet das ganz konkret: klarere Konzepte, schnellere Reaktionen und Lösungen, die auf echter lokaler Expertise basieren.
Wie stärkt die vollständige Integration des Joint Ventures in Körbers Organisation Teams, Partner und die Wertschöpfung für Kunden?
Helena Garriga: Wir führen standardisierte Technologieplattformen in allen Regionen ein. Für unsere Kunden bedeutet das, dass ein Software-Update oder ein robotisches Innovationsmodul, das beispielsweise in Europa entwickelt wird, zeitgleich auch in Indien verfügbar und kompatibel ist. Das stellt einen konsistenten Lebenszyklus-Support sicher, den ein Joint Venture in dieser Größenordnung nicht leisten konnte. Gleichzeitig werden wir sehen, dass in Indien entwickelte Technologien vor Ort entstehen und perspektivisch auch in andere Märkte exportiert werden.
Suunil Dabral: Integration bedeutet, dass unsere Teams nicht mehr neben Körbers globalen Kompetenzen arbeiten, sondern sie Teil davon sind. Wir greifen nun auf den gesamten Technologie-Stack zu, Hardware ebenso wie Software und entwickeln Lösungen, die ganzheitlicher, leistungsfähiger und näher an den tatsächlichen Bedürfnissen unserer Kunden sind. Die Kombination aus globaler Plattform und tiefem lokalem Marktverständnis schafft ein Liefermodell, das von Grund auf agil und bewusst skalierbar ist. Für unsere Kunden in Indien und im gesamten asiatisch-pazifischen Raum ist das ein nachhaltiger und spürbarer Mehrwert.