Vertikale Integration schafft die Grundlage für Industrie 4.0 in der Pharmabranche und ermöglicht eine nahtlose, standardisierte Kommunikation zwischen Maschinen und Produktionsmanagementsystemen.
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Vertikale Integration ist eine grundlegende Voraussetzung für die Umsetzung zahlreicher Industrie 4.0-Lösungen (Industrielles Internet der Dinge). Sie bedeutet unter anderem die Schaffung einer standardisierten Schnittstelle zwischen den Maschinen auf der Shopfloor-Ebene (Level 2) und der Produktionsmanagementsoftware (Level 3). Vertikale Integration umfasst die Schaffung einer vollständig vernetzten industriellen Produktion unter Einsatz modernster Informations- und Kommunikationstechnologien.
Neue Integrationskonzepte
Unternehmen und Organisationen wie ISPEarbeiten an neuen Integrationskonzepten. Ziel ist es, gemeinsam einen neuen Industriestandard im regulierten Umfeld zu entwickeln. Zum Beispiel Werum Solutions steht kurz vor der Markteinführung einer Plug & Produce Lösung. Sie ermöglicht eine schnelle und einfache Integration von Maschinen und Automatisierungssystemen in eine pharmazeutische Produktionsumgebung. Bisher war dies eine äußerst komplexe, zeitaufwändige und unproduktive Aufgabe mit endlosen I/O-Listen, Konfigurationen und Qualifizierungen.
Einfach verbunden
Ähnlich wie beim Anschluss eines elektronischen Geräts über eine USB-Schnittstelle wird es künftig möglich sein, Produktionsanlagen wie eine Linie, ein System oder eine Maschine mit dem Netzwerk zu verbinden. Das Manufacturing Execution System (MES) erkennt dann den genauen Maschinentyp, ruft alle relevanten Informationen von der Anlage ab und nutzt diese beispielsweise für Master-Chargendokumentation (MBR) und elektronische Chargendokumentation (EBR).
Nachrichtenbasierte Kommunikation
Auf der Grundlage neuer Technologien, wie beispielsweise OPC-UA, wird die Kommunikation zwischen Produktionssystemen und Softwarefunktionen auf Produktionsmanagementebene von einer etikettenbasierten zu einer nachrichtenbasierten Kommunikation umdefiniert. Die neue nachrichtenbasierte Schnittstelle ermöglicht den sicheren Austausch strukturierter Informationen mit den Systemen, unabhängig davon, ob es sich um OEE-Daten einer Verpackungsmaschine, Track & Trace-Daten für ein Linienmanagement-System oder EBR-Daten von einem Granulator oder DCS-System handelt.
Offene herstellerunabhängige Schnittstelle
Die Plug & Produce-Lösung von Werum wird eine offene, herstellerunabhängige Lösung sein. Das bedeutet, dass pharmazeutische und biopharmazeutische Hersteller sie mit jeder intelligenten Ausrüstung wie Filterintegritätsprüfgeräten und analytischen Testgeräten oder Automatisierungssystemen wie DCS oder SCADA nutzen können.
Reduzierter Integrationsaufwand
Für Pharmahersteller bietet die Verwendung standardisierter, nachrichtenbasierter Schnittstellen erhebliche Vorteile: Kosten und Komplexität werden reduziert. Der Aufwand für die Entwicklung und Qualifizierung zur Integration einer neuen Maschine in das Produktionsnetzwerk ist wesentlich geringer. In den regulierten Branchen ist es außerdem wichtig, dass alle Prozessschritte präzise dokumentiert werden, beispielsweise bei der Umstellung auf ein anderes Medizinprodukt. Dies nahm bisher enorm viel Zeit in Anspruch. Mit einer standardisierten Schnittstelle zwischen den Maschinen und dem Produktionsmanagementsystem können solche Änderungen schneller und effizienter vorgenommen werden – für eine verbesserte Pharmafertigung.