KI wird in Zukunft alle Prozesse entlang der Wertschöpfungskette beeinflussen können, davon bin ich fest überzeugt. Daten werden heute fast überall erzeugt und sammeln sich an, und fehlende Datenpunkte können mit entsprechenden Sensoren gesammelt werden. Aber wo soll man anfangen? Meiner Meinung nach sollten wir uns die Frage stellen: Ganz ehrlich, wo macht KI wirklich Sinn und ist es auch wirtschaftlich, Logistikprozesse auf diese Weise zu optimieren? Die Datenverarbeitung kostet Speicher- und Serverkapazitäten, und die Entwicklung entsprechender Anwendungen kann erhebliche Investitionen erfordern.
Auch die automatisierte Lagerverwaltung, das Herzstück des Körber-Geschäftsfelds Supply Chain, wird von KI profitieren, sei es durch die Optimierung einzelner Maschinen, ganzer Lagerverwaltungssysteme oder die Steuerung interner Materialflüsse. Gerade in automatisierten Lagern gibt es viele unterschiedliche Datenquellen - die Fragen sind: Wo genau fangen wir an? Wann und wo führt der Einsatz von KI-gestützten Anwendungen zu einem Mehrwert?
Entscheidend ist es, entsprechendes Know-how im Unternehmen aufzubauen, um genau die Prozesse zu identifizieren, die durch KI optimiert werden können und einen echten Mehrwert bieten.
Eine solche Anwendung aus dem digitalen Portfolio von Körber ist "Operator Eye" - diese Anwendung unterstützt den Maschinenführer unseres LayerPickers, einer Palettierlösung. Kamerasysteme nehmen Fotos und Videos des automatisierten Depalettierprozesses auf, die visuellen Informationen werden von einer KI ausgewertet.
Die Situation: Verlegte Kunststofffolien lösten oft Sensoren aus, die dann die Maschine stoppten. In der Vergangenheit mussten die Maschinenbediener physisch in die Linie eindringen und untersuchen, was genau den Stopp ausgelöst hatte. Nachdem die Folie identifiziert worden war, mussten die Bediener die Anlage manuell wieder in Gang setzen.
Die Lösung: Eine künstliche Intelligenz (Operator Eye) führt die drei Schritte automatisch aus, wodurch die Zeit für den Neustart der Maschine auf drei Sekunden pro Vorgang reduziert wird, wohingegen die manuelle Arbeit mindestens zwei Minuten in Anspruch nahm. Die kamerabasierte Datenerfassung wird es uns ermöglichen, weitere Prozessschritte zu optimieren und einen zusätzlichen Mehrwert zu schaffen. Wir arbeiten auch daran, die Technologie auf andere Maschinen aus unserem Supply-Chain-Portfolio zu übertragen.