Herausforderung
Zigarettenfilter bestehen zu 98 Prozent aus schwer abbaubaren Materialien, die unter das Verbot von Einwegkunststoff (Single-Use Plastic, SUP) der EU fallen. Das Dekompostieren eines Filters dauert bis zu zehn Jahre. Die entsprechende Gesetzgebung verschärft sich, auf die Tabakindustrie kommen hohe Kosten zu.
Lösung
Die Entwicklung neuer, im Hinblick auf Nachhaltigkeit und Geschmack hochwertiger Filterlösungen löst das Dilemma der Tabakindustrie. In den letzten Jahren hat Hauni die Entwicklung von Technologie für biologisch abbaubare Filter aus unterschiedlichen Materialien in den Fokus genommen. Auf Basis der engen Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Materialherstellern bietet Hauni schon heute umfangreiches Knowhow und fertige Produktionslösungen.
Nach Plastiktüten und Strohhalmen rückt der globale Trend zur Nachhaltigkeit nun auch die Abfälle von Tabakwaren und insbesondere die verbreiteten Acetatfilter in den Fokus. Kein Wunder: Rund 800.000 Tonnen Zigarettenkippen enden jedes Jahr als umweltbelastender Müll. Die Dekompostierung eines Filters beansprucht oft eine ganze Dekade. Vor diesem Hintergrund sind zusätzliche Steuern auf Produkte mit Acetatfiltern, wie sie im Vereinigten Königreich und in Frankreich vorgeschlagen werden, wahrscheinlich der unvermeidbare nächste Schritt. In der Europäischen Union tragen Zigarettenschachteln bereits seit Juli eine Kennzeichnung mit Hinweis auf Plastik im Filter. Ab 2023 werden Hersteller im Hinblick auf die Entsorgungskosten in die Pflicht genommen. „Für unsere Kunden rund um den Erdball steht dieses Thema weit oben auf der Agenda. Wir gehen bereits bis zum Ende des Jahrzehnts von einem Marktanteil der biologisch abbaubaren Filter von 18 Prozent aus“, berichtet Klaus Masuch, Leiter Strategisches Produkt-Management bei Hauni. „Für die Hersteller ist es wichtig, die Konzeption und Produktion ihrer neuen Filter jetzt gezielt in Angriff zu nehmen, um nicht von der Entwicklung überrollt zu werden. Dafür haben wir in den vergangenen Jahren viel geforscht und getestet.“
Kompetenter Entwicklungspartner
Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Mit einer großen Bandbreite an Materialien stehen Herstellern heute schon Lösungen zur Verfügung, die sich gleichermaßen für herkömmliche Zigaretten und Next Generation Products einsetzen lassen und den hohen Anforderungen der Hersteller im Hinblick auf Rauchverhalten und Geschmack genügen. „Wir sehen uns auch in diesem Bereich als aktiver Produktentwicklungspartner unserer Kunden aus der Tabakbranche“, so Masuch. „Auf dem Feld der biologisch abbaubaren Filter verfügen wir derzeit branchenweit über die umfangreichste Erfahrung und sind in der Lage, die Entwicklungstätigkeit unserer Kunden mit Know-how, Testkapazitäten, Laboren, Kontakten und Samples gezielt und bedarfsgerecht zu unterstützen.“