Tabak

Daten auf Rädern

Alle Daten für die Montage auf einen Blick: Von der 3-D-Maschinendokumentation profitieren Techniker, Kunden – und die Umwelt.
Produktion effizienter machen: Dr. Günter Schweitzer, Chief Operations Officer (COO) des Geschäftsfelds Tabak.

Am Anfang stehen immer diese zwei Fragen: „Warum machen wir das so?“ Und: „Könnten wir das nicht besser machen?“ Als Innovationsführer der Tabakindustrie kommt Hauni und den anderen Unternehmen aus dem Körber-Geschäftsfeld Tabak eine Vorreiterrolle zu. Auch in Sachen Digitalisierung. „Wir drehen dabei buchstäblich alle Prozessbausteine um und analysieren, wie digitale Technologien helfen können, Arbeitsschritte in der Produktion besser, schneller und effizienter zu machen“, sagt Dr. Günter Schweitzer. Schweitzer verantwortet als COO des Geschäftsfelds Tabak alle Einkaufs- und Beschaffungsfunktionen, alle Produktions- und Fertigungsbereiche, die Produktionssteuerung aller Secondary-Produkte sowie das Qualitäts- und Prozessmanagement inklusive aller Verbesserungsprogramme im Produktionsumfeld. Immer in enger Abstimmung mit den Kunden – denn von den Optimierungen sollen beide Seiten profitieren.

Wir drehen buchstäblich alle Prozessbausteine um.

Dr. Günter Schweitzer, Chief Operations Officer (COO) des Geschäftsfelds Tabak

Digitale Handbücher statt dicker Ordner

Ein beeindruckendes Beispiel für den klugen Einsatz digitaler Helfer ist die papierlose Montage. Hier geht es einerseits darum, Berge von Papier zu vermeiden und die Umwelt zu entlasten. Der zweite, genauso wichtige Effekt ist eine enorme Steigerung der Effizienz in der Produktion. „In der papierlosen Montage stellen wir unseren Mitarbeitern alle Informationen, die für die Produktion unserer hochkomplexen Maschinen erforderlich sind, digital an einem mobilen Arbeitsplatz zur Verfügung“, erklärt Schweitzer.

Dabei hilft eine etwa mannshohe, ergonomisch gestaltete und mobile Arbeitsstation aus Computer, Bildschirm, Tastatur und Maus. Auf ihren Rollen lässt sie sich bequem bewegen. Der leistungsstarke Akku garantiert dabei Unabhängigkeit vom Stromnetz.

Die Station erlaubt es Montagemitarbeitern, direkt in der Werkstatt auf sämtliche relevanten Informationen zuzugreifen. Bislang mussten sie dazu dicke Ordner wälzen. Jetzt sind die digitalen Handbücher, Sicherheitsdatenblätter und Dokumentationen stets zur Hand. Zudem können Mitarbeiter 3-D-Schaubilder aufrufen, Qualitätskontrollen dokumentieren und prüfen, ob alle erforderlichen Bauteile verfügbar sind. Muss ein Monteur einmal in die „Tiefen“ der Maschine klettern, kann er das handliche Tablet mitnehmen – und hat alle Unterlagen zur Hand.

In der papierlosen Montage stellen wir unseren Mitarbeitern alle Informationen digital an einem mobilen Arbeitsplatz zur Verfügung.

Dr. Günter Schweitzer, Chief Operations Officer (COO) des Geschäftsfelds Tabak

Digitaler Zugriff auf Wartungsinformationen

„Über die Station können sich alle Mitarbeiter untereinander austauschen“, sagt Schweitzer. Der Großtrend zur Verknüpfung von Daten und Prozessen – hier in der Montage ist er konkret zu greifen. Auch Monteur Florian Klempau ist von der neuen Arbeitsumgebung begeistert: „Da wir an den mobilen Arbeitsplätzen mit den gleichen digitalen Datenmodellen arbeiten wie die Kollegen in der Konstruktion, können wir uns schneller und einfacher abstimmen.“

Die 3-D-Maschinendokumentation hilft aber nicht nur in der Entwicklung und der Montage von Hauni-Maschinen - sondern vor allem auch den Kunden rund um den Globus: Sie ermöglicht es, digital auf alle Informationen zur Handhabung, Reinigung oder Wartung der Maschinen zuzugreifen. „Die 3-D-Daten enthalten exakte Abbildungen der gesamten Anlage. Bis hin zu den kleinsten Details einzelner Baugruppen lassen sich diese einfach per Fingertipp anzeigen“, sagt Schweitzer. Wird etwa ein Ersatzteil benötigt, kann es gleich per Mausklick im Hauni-Webshop bestellt werden.

Weltweiter Einsatz geplant

Im Hauni-Werk im Hamburger Stadtteil Bergedorf sind bislang zwanzig Arbeitsstationen im Einsatz. Weil die Lösung bei Mitarbeitern und Kunden gleichermaßen gut ankommt, wird das Projekt nun ausgerollt: Knapp 30 neue Einheiten werden hier installiert. Sowie weitere über 150 an den verschiedenen Standorten des Geschäftsfelds Tabak überall auf der Welt. Mobilität und Vernetzung kennen eben keine Grenzen.

Matthias Lönnecker - Program Manager Smart Factory

Matthias Lönnecker
Hauni Maschinenbau GmbH
Program Manager Smart Factory

+49 0 172 1928701
matthias.loenneckerhauni.com

Leseempfehlungen