Pharma

Nachhaltig aus Tradition - Schweizer Maßarbeit

Kompakt und innovativ sollen sie sein, die komplett nachhaltig produzierten Verpackungen der Unternehmen Rondo und Dividella für die Pharma- und Biotech-Branche. Besonders clever: Es geht auch ohne Plastik.
Patric Buck, Head of Innovation bei Rondo

Klarer Trend: Pharma-Industrie will zunehmend auf Kunststoff verzichten 

Während man bei Rondo und Dividella, zwei Unternehmen des Körber-Geschäftsfelds Pharma-Systeme seit jeher auf nachhaltige Produktionsketten setzt, setzt sich dieser Ansatz schrittweise bei Pharma-Herstellern und in vielen weiteren Industriebereichen durch. Laut einer aktuellen Studie des Naturschutzbundes NABU stieg die globale Kunststoffproduktion in den vergangenen 70 Jahren von 1,7 auf 288 Millionen Tonnen, wovon im Jahr 2012 allein in Europa 57 Millionen Tonnen hergestellt wurden. Die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten von Kunststoff und die relativ günstigen Preise bei der Rohstoffgewinnung und der Produktion machen Plastik für viele Anwendungen besonders attraktiv. Zugleich gelangten laut Schätzungen bis 2012 etwa 10 Millionen Tonnen Kunststoffabfall in die Weltmeere. Das belegt, wie weit man von einer nachhaltigen Entwicklung im Bereich Kunststoff entfernt war. Doch das Umdenken hat längst eingesetzt: „Inzwischen ist ein ganz klarer Trend zu erkennen: Unsere Kunden wollen weg von Kunststoff und am liebsten so wenig Plastik wie möglich verwenden. In den nächsten fünf bis zehn Jahren soll Kunststoff bei Verpackungsmaterialien bestenfalls komplett eliminiert sein“, sagt Patric Buck, Head of Innovation beim auf Verpackungen spezialisierten Unternehmen Rondo. Noch ist es bis dahin ein Stück, vor allem für den Primärverpackungsbereich der Pharma-Branche, also dort, wo Medikamente direkt eingepackt sind. Die gute Nachricht: Erste Alternativen gibt es bereits, etwa Bio-Materialien wie kompostierbare Tüten sowie Pilze oder Bambusarten, aus denen bereits in anderen Industriebereichen Verpackungsmaterialien entwickelt werden. Diese Materialien marktgerecht und gleichzeitig wirtschaftlich attraktiv für Kunden zur Verfügung zu stellen, ist eine von vielen Herausforderungen, denen sich die Verpackungsexperten von Rondo und Dividella gerne und fokussiert stellen. 

lWir haben das Thema 'ressourcenschonend verpacken' in unserer DNA. Das ist für uns kein neues Trendthema.r

Patric Buck, Head of Innovation bei Rondo

Patric Buck ist sich sicher, dass die Pharma-Branche auf Plastik komplett verzichten können wird. Daher arbeiten er und sein Team bei Rondo mit Hochdruck an passenden Lösungen. Rondo sitzt in Allschwil bei Basel und beliefert Kunden der internationalen Pharma-Industrie mit Verpackungen, die ausschließlich aus einem Material gefertigt werden. Dis Basis dafür bilden zu 100 Prozent Monomaterialien, die von Bäumen aus dem Schwarzwald, aus Österreich und aus Skandinavien stammen. Auch Partner und Zulieferer werden unter nachhaltigen Aspekten sorgfältig ausgewählt.

Spricht man mit Patric Buck, zeigt sich schnell, dass hinter der Entwicklung von Faltschachteln sehr viel mehr steckt, als Kunden zunächst glauben. Denn kümmert sich Buck nicht lediglich um ein vermeintlich kurzlebiges Produkt der Pharma-Industrie? Buck muss schmunzeln: „Kartonverpackungen sind viel spannender als viele denken. Sie leisten nämlich einen wichtigen Beitrag in der gesamten Lieferkette und damit auch zur Qualität des Medikaments. Wir haben es oft mit sehr komplexen Konstruktionen und Entwicklungen zu tun.“ In das Design einer neuen Verpackungslösung wird viel Zeit investiert: Vom ersten Brainstorming über die Entwicklung, die Produktion des Prototypen bis hin zur Finalisierung und Herstellung der Verpackung. Wie ist die Konstruktion? Wie kann man die Verpackung öffnen? Wo muss was und wie gefaltet werden? Wichtig ist dabei natürlich die Nähe zu den Produzenten der Medikamente. „Denn so gelingt es uns, maßgeschneiderte Verpackungslösungen für unsere Kunden zu entwickeln. Wenn wir uns in bestimmten Fällen um nur einen halben Millimeter vertun würden, hätten wir keine innovative Verpackung mehr.“ Denn die Produkte würden dann nicht sicher von den Trennstegen gehalten und sich im Karton bewegen oder sich gar berühren. Genau dieser sogenannte „Glass-to-Glass-Contact“ soll laut Anforderung vieler Kunden unbedingt ausgeschlossen werden. Das schaffen die Experten von Rondo dank ihrer Erfahrung und der Experimentierlust mit immer wieder neuen Materialien, Formen und jeweils passend zu den stetig neuen, oftmals komplexer werdenden Anforderungen der Pharmahersteller.

Lieferung bei Bedarf – auch für ausgefallenste Kundenwünsche

Angebot und Nachfrage gehen Hand in Hand, die Bestellungen reichen von Kleinstauflagen von 200 bis zu Großaufträgen von 10.000 Stück. Um derart flexibel nach dem Supply-on-Demand-Prinzip arbeiten zu können, ist hochkomplexe Logistik-Expertise gefragt, eine effiziente IT-Abteilung und Arbeitsabläufe, die perfekt ineinandergreifen. „Wir wollen unseren Kunden immer einen echten Mehrwert liefern. Das ist unser Anspruch und dank unserer kreativen Lösungen und bedarfsgerechten Entwicklungen heben wir uns klar von Wettbewerbern ab. Das klappt, weil wir die richtigen Mitarbeiter haben, die Leidenschaft für die Produkte und Anforderungen unserer Kunden teilen und mit riesigem Teamspirit die passenden Lösungen entwickeln. Kunden genauso wie Bewerber, die bei uns durch die Räume gehen, merken schnell, dass wir hier keine langweiligen Verpackungen machen, sondern etwas sehr Spannendes tun“, sagt Patric Buck. Und daher ist bei Verpackungen das vermeintliche Zeitgeist-Thema Nachhaltigkeit bereits seit Jahrzehnten nichts Neues: Hier wird traditionell darauf geachtet, so ressourcenschonend wie möglich zu arbeiten. Patric Buck: „Wir treiben jeden Tag den optimalen Einsatz von Materialien voran.“ Die größte Herausforderung ist dabei, mit minimalem Einsatz von Ressourcen das Maximum an Qualität und Innovation herauszuholen. „Bei uns war die Frage, wie wir Material sparen können, schon immer in den Köpfen. Daher legen wir eins drauf: Wir wollen ein Verständnis davon vermitteln, wie man die Produkte einfach entsorgen kann.“, sagt Buck. 

lWir setzen auf modulare und nachhaltige Lösungen für die Sekundärverpackung von Pharma- und Biotech-Produktenr

Stefan Ehrne, Head of Engineering bei Dividella

Stefan Ehrne, Head of Engineering bei Dividella

Rondo und Dividella: Eine starke Zusammenarbeit

Damit die Innovationsarbeit täglich gelingt, arbeitet Patric Buck unter anderem eng mit Stefan Ehrne zusammen. Ehrne arbeitet als Head of Engineering bei Dividella, einem Unternehmen, das vor 40 Jahren aus der Rondo AG hervorging und ebenfalls zum Geschäftsfeld Pharma-Systeme gehört. Dividella baut und entwickelt Verpackungsmaschinen sowie Maschinenkonzepte für den Verarbeitungsprozess der Kartonage und kreiert die dafür passenden Verpackungslösungen. Die flachen Kartonzuschnitte werden zum größten Teil von Rondo geliefert, auf den Kartonierern von Dividella aufgerichtet und geklebt, die Produkte schonend eingelegt und die Kartons verschlossen. Bevor die von Dividella konzeptionierten Verpackungsanlagen zum Kunden gehen, laufen Kartonage und Maschine auf dem Produktionsgelände in Grabs im Kanton St. Gallen durch Test-, Inbetriebnahme- und Abnahme-Phasen. Die Unternehmen Rondo und Dividella bilden daher eine perfekte Partnerschaft, wenn es um das Zusammenführen von Maschinentechnik und cleveres Produktdesign geht. Ob Smart Packaging, Einsatz neuer Techniken im Produktionsprozess oder regelmäßige Innovations-Workshops mit Kunden – beim gemeinsamen Brainstorming reifen regelmäßig neue Ideen. „Es geht dabei beispielsweise darum, dass während des Verpackungsprozesses die Produkte schonend eingelegt werden, damit sie in der fertigen Packung sicher lagern. Oder, dass die Verpackung nach Möglichkeit stets so klein wie möglich, aber gleichzeitig patientenfreundlich sein soll. Zusätzlich leicht zu öffnen und innovativ, um sich von der Konkurrenz unseres Kunden abzuheben“, sagt Stefan Ehrne. 

Immer wichtiger werden auch sogenannte „Tamper-Evidence-Features“. So nennt man in der Branche Verpackungsmerkmale, die für Patienten oder anwendende Ärzte klar zeigen, dass sie als erstes die Verpackung öffnen. „Unsere Kunden profitieren von unserer umfangreichen Beratung“, ergänzt Stefan Ehrne. „Wir suchen gemeinsam nach optimalen Lösungen für das sichere Verpacken von empfindlichen Produkten. Das Ziel sind geringe Gesamtkosten durch die Verwendung von Monomaterial, optimierte Verpackungsgrößen für die Kühlkette sowie eine einfache Handhabung für Verbraucher.“

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