Digital

Hightech aus dem Karlsruher Valley

Produktiver mit dem Industrial Internet of Things: Wie connyun mit IIoT-Lösungen die Effizienz von Maschinen steigert.
Spezialist für IIoT-Technologien: Dr. Stefan Kusterer, CTO und Co-Geschäftsführer bei Körber Digital und connyun.

Mit dem Bundesverfassungsgericht und dem Bundesgerichtshof gilt Karlsruhe als Heimat des Rechts – und ist sicherlich nicht die erste Assoziation, wenn es um Digitalisierung geht. Doch hier im Südwesten am Rhein boomen IT-Gründungen. Die Stadt verweist seit Jahren den Großraum Stuttgart in die Schranken, wenn es um den imageträchtigen Titel als führender Standort für Start-ups in Baden-Württemberg geht.

Im Alten Schlachthof östlich des Karlsruher Stadtzentrums ist ein Teil der Technologie-Szene ansässig. Auf dem Areal wechseln sich alte Backsteingebäude und neue Büro-Neubauten ab. Auch connyun hat hier seinen Hauptsitz, ein Spezialist für IIoT-Technologien, der seit Juni 2018 als Teil des Geschäftsfelds Körber Digital zum Körber-Konzern gehört. Bei connyun dreht sich alles um das Industrial Internet of Things mit den Themen Maschinenkonnektivität, Cloud-Software und Data Science.

connyuns Produkte und Dienstleistungen können die Effizienz und Flexibilität von Maschinen, Anlagen und damit der kompletten Produktion und Logistik steigern. „Diese wertvolle Ergänzung bedeutet eine Beschleunigung unserer digitalen Kompetenz und einen Kapazitätsaufbau in unserem Geschäftsfeld“, erklärte Stefano Di Santo, CEO bei Körber Digital, kurz nach der Übernahme im Sommer 2018.

Die praktischen Probleme, die sich bei der Vernetzung von Produktionsmaschinen ergeben, werden leider immer noch oft falsch eingeschätzt.

Stefan Kusterer, CTO und Co-Geschäftsführer bei Körber Digital und connyun

Start-up trifft auf Konzern – eine gute Kombination

„Bei Körber sind die Themen Industrie 4.0 und Digitalisierung und Smart Factory ein zentraler Aspekt der Konzernstrategie. Das neue Umfeld hat uns ordentlich Schub gegeben!“, freut sich Dr. Stefan Kusterer, CTO und Co-Geschäftsführer bei Körber Digital und connyun. „Der Standort Karlsruhe, mit dem Karlsruher Institut für Technology (KIT) als Zusammenschluss des Forschungszentrums Karlsruhe und der Universität Karlsruhe sowie weiteren Hochschulen erlauben uns, junge, gut ausgebildete Software-Experten einzustellen; das ist natürlich ideal für uns.“

Ein weiterer Vorteil liegt in der engen Zusammenarbeit mit anderen Geschäftsfeldern des Körber-Konzerns: „Als Teil eines Technologie-Konzerns mit 70-jähriger Erfahrung im Maschinenbau, für den Produktion und Logistik das Kerngeschäft sind, können wir uns gut in das Denken und Vorgehen von produzierenden Unternehmen und Maschinenbauern hineinversetzen“, ergänzt Kusterer. „Hierdurch unterscheidet sich connyun stark von Konkurrenzunternehmen, die einen reinen Software-Hintergrund haben.“

Seit einem Jahr treibt das Team den „I4_Station Optimizer“ voran, denn diese IIoT-Anwendung liefert Produktionsmitarbeitern einen unmittelbaren Mehrwert: Sie können die Anlageneffektivität in Echtzeit überwachen, bei Problemen sofort reagieren und ausgefallene Maschinen schneller zurück in den Produktionsablauf bringen. Dabei baut das Programm auf Standards im Industrieumfeld auf und nutzt vordefinierte Einstellungen und Visualisierungen.

Derzeit wird die Anwendung bei einer Körber-Tochter aus dem Geschäftsfeld Logistik-Systeme schrittweise eingeführt. Eine nicht zu unterschätzende Aufgabe: „Die praktischen Probleme, die sich bei der Vernetzung von Produktionsmaschinen ergeben, werden leider immer noch oft falsch eingeschätzt“, sagt Stefan Kusterer. „Einerseits fürchten mache Produktionsbetreiber Sicherheitsrisiken, die man durch moderne Technik und sorgsamen Umgang mit den Daten aber vermeiden kann, andererseits unterschätzen viele Theoretiker die Herausforderungen, die sich durch eine große Zahl von verbundenen Maschinen ergeben.“ Das bedeutet: Nur wer wirklich weiß, wo er ansetzen muss und welche Lösungen gefordert sind, kann Kunden Mehrwert bieten. Hier sind die in internen Projekten gesammelten Daten und Erkenntnisse eine zusätzliche, wertvolle Basis.

Mit Post-Its zu neuen Ideen: connyun ist ein wichtiger Teil der Karlsruher Technologie-Szene.
Gute Kombination: Wenn Start-up-Flair auf Konzern trifft, entsteht kreative Diskussion.

Bei Körber sind die Themen Industrie 4.0 und Digitalisierung und Smart Factory ein zentraler Aspekt der Konzernstrategie. Das neue Umfeld hat uns ordentlich Schub gegeben!

Stefan Kusterer, CTO und Co-Geschäftsführer bei Körber Digital und connyun

Treiber der digitalen Kompetenz: Stefano Di Santo, CEO bei Körber Digital (links) im Gespräch mit Stefan Kusterer.

Digitale Tiefseetaucher

Maschinenparks bleiben oft über Jahrzehnte im Einsatz. Zugleich sind sie meistens heterogen; es fehlen schlicht Sensoren und Software-Schnittstellen – und damit wesentliche Voraussetzungen für die Vernetzung. Allein in Deutschland sind mehrere Millionen Maschinen davon betroffen. Der Bedarf für sogenannte Retrofit-Lösungen zum Nachrüsten für die vernetzte Fertigung ist riesengroß. Das betrifft auch Unternehmen der Körber-Geschäftsfelder und wiederum deren Kunden.

Mit dem einzigartigen „I4_Plug & Work“-Ansatz räumt connyun viele Hürden beiseite. „Plug & Work“ kann „OPC-UA“ nutzen – dem führenden Standard für den Datenaustausch zwischen Fertigungsmaschinen und Software-Lösungen unterschiedlichster Hersteller – mit enormen Vorteilen für die Kunden: Statt die Konnektivität für einzelne Geräte wie Roboter, Maschinen und Greifern immer wieder neu zu konfigurieren, gelingt dies per „Plug & Work“ in nur wenigen Klicks minutenschnell. Relevante Daten sind sofort nach dem Onboarding verfügbar.

So lässt sich ein Großteil von Sondermaschinen, Umbauten oder neuartigen Anlagen zuverlässig anbinden. Wenn „OPC-UA“ von Produktionsmaschinen noch nicht unterstützt wird, können Maschinen über „Plug & Work“ dennoch mit fast derselben Effizienz an die connyun-IIoT-Anwendungen angebunden werden. Der Mehraufwand ist überschaubar.

Effizienzsteigerung im Blick: Bei connyun dreht sich alles um das Industrial Internet of Things mit den Themen Maschinenkonnektivität, Cloud-Software und Data Science.

Den Daten auf den Grund gehen

Als Erweiterungsmöglichkeit für den „I4_Station Optimizer“ testete connyun bereits mit Amazon Web Services (AWS), wie Produktionsmitarbeiter mit dem Sprachdienst Alexa interagieren können. Alexa soll aktuelle Statusabfragen beantworten oder bei auftretenden Problemen behilflich sein. Zusammen mit dem Münchner Unternehmen brabbler arbeitet connyun außerdem an einem Dienst, der per Push-Nachricht Vorfälle direkt auf das Smartphone oder Tablet des Mitarbeiters schickt.

Ein weiteres Arbeitsgebiet der Karlsruher ist der Bereich Data Science: Im Rahmen eines Projekts unterstützt connyun ein Unternehmen aus dem Geschäftsfeld Tabak bei der Auswertung von Vertriebs-, Lager- und Materialdaten, um das Ersatzteilmanagement zu optimieren. Mit der Datenanalyse soll unter anderem geprüft werden, ob sich nichtverfügbare Teile einfach per additiver Fertigung herstellen lassen - also per 3-D-Druck vor Ort beim Kunden, statt lange Produktionszeiten und Transportwege in Kauf zu nehmen. Hierzu wird aktuell der gesamte Ersatzteilkatalog mit 150.000 Artikeln unter die Lupe genommen, um schrittweise Verbesserungsmaßnahmen einzuleiten.

Die Arbeit lohnt sich: Die gewonnenen internen Erfahrungen aus dem Projekt verbessern gleichzeitig die Angebote an Kunden.

Marc Pion - Senior IoT Marketing Expert

Marc Pion
connyun GmbH
Senior IoT Marketing Expert

+49721 619 312 36
marc.pionconnyun.com

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